HBC

Verdi zeigt sich beim Kaufhof-Sanierungstarifvertrag verhandlungsbereit

Bei der HBC-Tochter Galeria Kaufhof bahnt sich eine umfassende Neuausrichtung an. Im Zuge dessen hat sich Verdi bereit erklärt, gemeinsame Eckpunkte zwischen Unternehmen und Gewerkschaft zu schaffen.

Galeria Kaufhof war vor zwei Jahren vom Metro-Konzern an die kanadische Hudson Bay Company (HBC) verkauft worden. Ende 2017 beantragte das Unternehmen den Abschluss eines Sanierungstarifvertrages und forderte erhebliche Tarifverzichte der Beschäftigten.

Die 30-köpfige Verdi-Tarifkommission sieht in dem von Galeria Kaufhof vorgelegten Sanierungskonzept ’Turn2Win‘ zwar richtige Ansätze, kritisiert jedoch eine Schieflage zu Lasten der Beschäftigten. Für eine „zufriedenstellende Sanierung des Unternehmens“ seien weitere unternehmerische Maßnahmen erforderlich.

Die Managementfehler der Vergangenheit müssten korrigiert werden. Eine umfassende Neuausrichtung des Unternehmens sei erforderlich, erklärte die Tarifkommission.

Ein wesentlicher Punkt für die Beschäftigten sei neben der Arbeitsplatz- und Standortsicherung eine Umkehr bei der Beschäftigungsentwicklung zur Stärkung von Service und Beratung.

„Die Arbeitnehmervertretungen sind auf dieser Grundlage bereit, Verhandlungen über ein gemeinsames Sanierungskonzept zu starten. Galeria Kaufhof ist ein traditionsreiches, aber auch zukunftsfähiges Unternehmen. Den Beschäftigten einseitig in die Taschen zu greifen, ist keinesfalls akzeptabel“, erklärte ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke nach der Entscheidung der Tarifkommission.

Ein Sanierungskonzept müsse „wirksame Beteiligungs- und Überprüfungsverfahren durch die Arbeitnehmervertretungen beinhalten“. Der eventuell erforderliche Beitrag der Beschäftigten dürfe den Flächentarifvertrag des Einzelhandels nicht beeinträchtigen.

 
Michael Frantze / 16.04.2018 - 08:55 Uhr

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