Schuhindustrie

Vietnam exportiert mehr Schuhe

Vietnam profitiert vom Handelsstreit zwischen China und den USA. Die Schuhexporte aus Vietnam sind in den ersten sechs Monaten 2019 deutlich gestiegen. 

Die Schuhindustrie in Vietnam hat zwischen Januar und Juni Schuhe im Wert von 8,8 Mrd. Dollar exportiert. Das entspricht einem Anstieg von 14,2% im Vergleich zum Vorjahr. Das teilte der Branchenverband Lefaso im Vorfeld der Messe Shoes & Leather Vietnam in Ho-Chi-Minh-Stadt mit. Die wichtigsten Abnehmer waren die USA, die EU, China, Japan und Süd-Korea. Lefaso geht aktuell für das Gesamtjahr von einer Steigerung der Exporte um 11% aus. Bereits im vergangenen Jahr waren die Schuhausfuhren um 11% auf 16,3 Mrd. Dollar gestiegen.

Die vietnamesische Schuhindustrie befindet sich seit Jahren auf einem Wachstumskurs. Zuletzt profitierte die Branche außerdem von dem Handelsstreit zwischen China und den USA. Zahlreiche Unternehmen haben bereits vor dem Hintergrund drohender US-Strafzölle ihre Produktion aus China nach Vietnam und andere Länder Südostasien verlagert. Vietnam gehört bereits zu den drei größten Schuhproduktionsländern der Welt. Laut dem World Footwear Yearbook wurden 2018 insgesamt 1,1 Mrd. Paar Schuhe in Vietnam produziert. Das entsprach einem Weltmarktanteil von 4,7%. Allerdings ist der Abstand zu China enorm: Im ’Reich der Mitte‘ wurden im vergangenen Jahr 13,5 Mrd. Paar Schuhe hergestellt. Das entspricht einem Anteil von 57,5%.

Weiteren Rückenwind dürfte die lokale Schuhindustrie durch ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam erhalten. So wurde am 30. Juni ein entsprechender Vertrag durch Repräsentanten der Europäischen Kommission und der vietnamesischen Regierung unterzeichnet. Damit das Abkommen in Kraft treten kann, müssen nun noch die jeweiligen Parlamente zustimmen.

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Helge Neumann / 11.07.2019 - 10:34 Uhr

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