Von der Hausmesse zur großen Ausstellung

Stände ausgebucht, so stand es schon Wochen vor Beginn der Messen ISA (Automotive interior industrie) und ISL (Leather industrie) auf der Homepage zu lesen. Aus der unternehmerischen Initiative mit dem Character einer Hausmesse ist nach sechs Auflagen im Zweijahresrhythmus ein Erfolg versprechendes Messekonzept entstanden.

Während die PoS (Point of shoes) mit ihrer Mischung aus Mode, Material und Maschinen ihr endgültiges Aus verkündete, befindet sich das Messekonzept der Maschinenbauer im Aufwind. 

Der prozessorientierte Ansatz der Messe trägt Früchte und ist für Aussteller und Fachpublikum von größerem Interesse als die reine produktorientierte Schau. Erstmals entschloss sich die Pirmasenser Ring-Gruppe, als ursprünglicher Impulsgeber, für eine großflächige Ausstellung in zwei Hallen des Pirmasenser Messezentrums. Auch eine eigene Messegesellschaft, die ISA Organisations UG, mit Andreas Ring und Tilo Ullmer als Geschäftsführer wurde gegründet. Die ausgebuchten Flächen gaben den Maschinenbauern und Messmachern recht. Auch wenn die Schuhbranche nur ein Bruchteil der Ausstellungsfläche belegte, so war doch ein erfreulicher Grundtenor seitens der Anbieter aus der Schuhbranche zu vernehmen. Immer mehr Unternehmen stellen sich breiter auf und suchen ihre Kunden in anderen Branchen. Tilo Ullmer, nicht nur Chef der PMF-Gruppe, sondern mittlerweile auch einer der Geschäftsführer in der veranstaltenden Messegesellschaft gilt als bestes Beispiel für den Wandel. Ulmer, in der Schuhmaschinenbranche groß geworden, hat das Portfolio seiner Firmengruppe ganz auf den Automobilsektor verlagert und lobt dabei die Innovationsbereitschaft der Autobauer. Leise klang in seinen Worten auch die konservative Einstellung der Schuhbranche an. Christopher Thornhill, der für Molina e Bianchi und die Firma Atom Stanz- und Schneidesysteme steht, ist gleich von Beginn der Messe an ein gefragter Mann. Und dies hielt auch so an bis zum letzten Messetag. Die Liste der Interessenten und Gesprächspartner war lang, denn über 40 Maschinen hat das Rodalber Unternehmen auf die Ausstellungsfläche gebracht. Das ansprechende Preis-Leistungs-Verhältnis und die Aussicht auf ein breites Kundenspektrum für seine Stanz- und Schneidesysteme haben ihn zu dem großen Messeauftritt bewogen. Die Anzahl der speziellen Maschinen für die Schuhherstellung und die Stanz- und Schneidesysteme hielten sich in etwa am MB-Atom-Stand die Waage. Bei den Besuchern sah es etwas anders aus. Hier überwogen nach Thornhills Worten die Ansprechpartner aus der Automobilindustrie; auch neue Kontakte aus der Verpackungs- und Dichtungsbranche haben sich ergeben. Kontakt: Internationales Messezentrum Pirmasens
Zeppelinstr. 11
66953 Pirmasens Telefon: +49 6331 5181 - 0
Fax: +49 6331 92422
Redaktion / 19.10.2017 - 10:18 Uhr

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