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Warum ist Logistik so wichtig?

Bernhard Doesken
Bernhard Doesken

Das Thema Logistik nimmt im Schuhbereich deutlich an Fahrt auf. Als Dienstleister hat sich der Emder Logistik-Spezialist Dirks in der Branche einen Namen gemacht. schuhkurier sprach mit Dirks-Geschäftsführer Bernhard Doesken.

Wo sehen Sie im Bereich Logistik die größten Herausforderungen mit Blick auf die Schuhindustrie als Kunden?

Wir befinden uns ja mitten in einem großen Wandlungsprozess. Der B2C-Handel ist unaufhaltsam auf dem Vormarsch und dadurch wird der Prozess immer kleinteiliger. Gleichzeitig werden die Bestellzyklen und Lieferzeiten immer kürzer und eine termingenaue Lieferung immer wichtiger. Auch die Retouren bekommen eine deutlich größere Bedeutung. Langfristige Planungen sind unter diesen Bedingungen eigentlich kaum noch möglich.

Wo liegen die größten Herausforderungen bei Schuhhändlern als Logistik-Kunden?

Im Fokus steht hier zum einen natürlich die Definition verbindlicher Standards auf allen Ebenen des Prozesses. Aber natürlich spielen auch die Datenschnittstellen und die stets rechtzeitige Übermittlung eine große Rolle. Dann kann der Händler auch über eine kostenoptimierte Auslagerung der Filialbelieferung nachdenken.

Inwieweit unterscheiden sich die Anforderungen der Schuhbranche von denen anderer Segmente?

Ein Blick in die Schuhregale einer deutschen Durchschnittsfamilie reicht ja aus, um die besonderen Herausforderungen gerade in diesem Segment zu bestimmen: Wir müssen als Logistikpartner eine unglaublich hohe Anzahl und Vielfalt verschiedener Artikel bewegen, die auch noch je nach Saison in großem Maße variieren. Dazu jede Menge Sonderdienstleistungen wie zum Beispiel Preisauszeichnungen. Und im Onlineshop haben wir, wie schon erwähnt, eine hohe Retourenquote zu bewältigen.

Nimmt das Thema im Schuhbereich derzeit an Fahrt auf?

Die Anfragen nach kompletten ineinander übergreifenden externen Logistiklösungen nehmen zu, auch weil sich die Marktbedingungen und das -umfeld verändert haben. Wie schon gesagt: Onlinehandel auf dem Vormarsch, Kleinteiligkeit, veränderte Bestellzyklen etc.

Inwieweit unterscheiden sich die Anforderungen von Schuhhandel und -industrie?

Ich glaube nicht, dass sich die Anforderungen unterscheiden. Ich glaube eher, dass man bereit ist, über die beidseitige Verbesserung der Wertschöpfungskette an gemeinsamen Logistiklösungen zu arbeiten.

Viele Hersteller haben eine eigene Logistik aufgebaut. Sie sind externer Dienstleister. Wo liegen Vor- und Nachteile für beide Varianten?

Wir sind als Externe in Sachen Kosten- und Mengenvariabilität gegenüber 
herstellerinternen Strukturen deutlich flexibler. Darüber hinaus haben wir als 
Universaldienstleister Erfahrungen aus anderen Branchen und Prozessen, die wir hier zum Vorteil des Kunden einfließen lassen können. Nachteile für einen externen Dienstleister sehe ich gar nicht.

Wichtig sind und bleiben wie in jedem Prozess natürlich die Kosten. Wie hoch sind die hier im Bereich Logistik im Vergleich zu anderen Bereichen maximal anzusetzen?

Die Kosten sind ja je nach Leistungsumfeld höchst unterschiedlich und lassen sich deshalb auch nicht einfach und klar definieren. Wichtig ist, dass es eine absolute Transparenz und Nachvollziehbarkeit für den Kunden auf Prozessbasis gibt, um entsprechende Leistungs-
pakete anbieten, zu vergleichen und abrechnen zu können.

Wie sähe in der digitalen Welt ein idealer Logistikablauf zwischen Industrie und Handel aus, um sowohl Kosten als auch Zeit zu sparen?

Grundsätzlich sollte die Ware aus Kostengründen so wenig wie möglich transportiert werden, d. h. an möglichst wenigen Lagerorten eingelagert werden. Ein idealer Ablauf wäre, wenn der Lieferant direkt in die Filiale des Kunden liefert und auch von seinem Lager die kundenbezogene Filialnachlieferung und im Auftrag des Kunden den Onlineversand übernimmt.

Was sind die größten Kostentreiber in der Logistik und wo kann man am sinnvollsten Kosten einsparen, ohne dass sie zu Lasten des Partners gehen?

Die größten Kostentreiber sind die Personalkosten und die Kosten für den Technologieeinsatz. Hier ist und bleibt natürlich die Qualität der zur Verfügung stehenden Informationen entscheidend für den Kostenrahmen. Je umfänglicher und schneller verfügbar meine Daten sind, desto effizienter ist beispielsweise mein Leerstands-Management im Lager. Ein hoher Automatisierungsgrad z. B. bei der Kommissionierung bedeutet allerdings nicht immer eine Kostenersparnis. Da sollte man sehr genau den Standort und die zu bearbeitende Menge im Auge behalten. Ein ebenso großer Kostentreiber sind die ständig steigenden Transportkosten. Das gilt es gegenseitig zu optimieren.

Kann man mit einem externen Dienstleister Kosten sparen?

Dem muss und kann ich als externer Dienstleister natürlich voll und ganz zustimmen. Wir sind in allen Prozessbereichen im hohen Maße auf Flexibilität und Effizienz fokussiert und bringen darüber hinaus unsere gesamte Erfahrung aus anderen Branchen mit.

Sind separate Lager für Onlineshops sinnvoll?

Es macht keinen Sinn, den Online-Prozess von anderen Prozessen zu trennen und separat abzuwickeln. Wichtig ist, nur eine und damit hohe Warenverfügbarkeit für alle Vertriebskanäle zu gewährleisten.

Welche Kriterien sind bei der Beurteilung eines externen Logistikers wichtig?

Wir müssen uns in Sachen Qualität, Flexibilität und Effizienz behaupten. Und zwar in allen Teilprozessen, von der Kommissionierung über den Versand bis zur Retourenabwicklung und hinsichtlich unserer Kompetenz im IT-Bereich, in der Onlineabwicklung und mit möglichst kurzen Durchlaufzeiten.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit bei der Logistik?

Das Thema Nachhaltigkeit hat mittlerweile einen hohen Stellenwert, der
 angesichts des öffentlichen Drucks 
weiter steigen wird. Da haben wir beim Betrieb von Logistikzentren natürlich Optimierungsfelder wie  z. B. die Versorgung durch regenerative Energien.

Weitere Informationen unter www.dirks-group.de

Helge Neumann / 06.05.2019 - 17:10 Uhr

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