Social Media

Was machen eigentlich Influencer?

Franziska Fröhlich aka ffranzy (Foto: Ffranzy)
Franziska Fröhlich aka ffranzy (Foto: Ffranzy)

Franziska Fröhlich ist ein digitales Multitalent. Die junge Kölnerin ist Influencerin, betreibt einen eigenen Fashionblog und eine Social Media-Agentur. schuhkurier sprach mit ihr über ihren Alltag, Social Media und natürlich Schuhe. 

Wie bist Du Influencerin geworden?

Geplant war es nicht. Es hat sich tatsächlich einfach ergeben. Zu Beginn habe ich einfach Bilder gepostet, die mir persönlich gefallen haben. Nach und nach habe ich eine immer größer werdende Resonanz auf meine Bilder und Outfits bekommen und eins kam zum anderen.

Zu welchem Zeitpunkt hast Du gemerkt, dass aus einem Hobby mehr werden kann?

Als die ersten Kooperationsanfragen kamen, wurde mir erst klar, dass Instagram sich zu einer Marketingplattform entwickelt, mit der ich Geld verdienen könnte. Aus Seedings wurden kleine bezahlte Kooperationen und es hat sich Schritt für Schritt zu mehr entwickelt.

Wie sieht Dein Alltag als Influencerin aus?

Definitiv anders als der Großteil denkt! Ich stehe morgens um 6:30 Uhr auf und bearbeite erst einmal zwei Stunden E-Mails. Danach mache ich meistens Sport oder fahre in unsere Agentur. Da mein Freund und ich auch eine Social Media-Marketing-Agentur und einen Onlineshop betreiben, vermischt sich mein Arbeitsalltag meistens. Nachmittags nehmen wir uns dann oftmals Zeit, um neue Bilder zu shooten. Wir haben zudem aber auch fast täglich Meetings mit Kunden. Es ist also mehr Büro als einfach „nur” schminken und Kaffee trinken…

Wie „echt“ ist Social Media?

Social Media hat sich zu einem Medium entwickelt, bei dem leider oftmals gezeigt wird, was gesehen werden will. Ich bemühe mich immer den schmalen Grad zwischen dem, was die Community sehen möchte und maximaler Authentizität zu meistern, da Authentizität mir persönlich am wichtigsten ist.

Braucht man ein dickes Fell, wenn man so aktiv wie Du in Social Media bist?

Man braucht auf jeden Fall ein dickes Fell. Allerdings sollte man einigermaßen wissen, auf was man sich einlässt, wenn man in den sozialen Medien arbeitet. Die Einblicke in mein Privatleben sind nicht das Schlimme, es sind eher persönliche, angreifende Kommentare bei denen man ein dickes Fell braucht, da die Hemmschwelle für User online fast nicht vorhanden ist. Zum Glück habe ich aber eine super positive Community und es kommt sehr selten vor.

Du hast über 160.000 Abonnenten auf Instagram. Löst diese Zahl bei Dir Druck aus?

Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass die Anzahl keine Rolle spielt. Druck löst aber nicht die Menge der Follower aus, sondern das Wissen darüber, den Followern Content zu bieten, der maximal ansprechend ist.

Wie wichtig sind Schuhe für Dich?

Schuhe sind sehr wichtig! Sie können ein Outfit unterstreichen, sie können ein Outfit hervorheben und manchmal stehen sie einfach im Mittelpunkt. Für mich sind sie ein unverzichtbarer Teil meiner Outfits, um mich individuell auszudrücken.

Hast Du aktuell einen Lieblingsschuh?

Ich fange mal auf der anderen Seite an: Ich bin kein Fan von Schuhen mit hohen Absätzen. Ich liebe Sneaker und coole Boots. Aktuell sind meine Lieblingsschuhe die Triple S von Balenciaga.

Du bewegst Dich viel in der digitalen Welt – kaufst Du vor allem online oder offline ein?

Tatsächlich hält sich das bei mir die Waage. Da ich aber nicht so oft die Zeit habe, um shoppen zu gehen, kaufe ich viele Schuhe online. Das gleicht sich aber wieder offline aus, wenn wir zum Beispiel auf Reisen sind.

Du arbeitest mit zahlreichen Unternehmen zusammen. Welchen konkret messbaren Erfolg erzielen Deine Postings?

Viele meiner Postings und Kooperationen beinhalten Möglichkeiten, einen direkten Verkauf der beworbenen Produkte zu ermöglichen. Somit haben Unternehmen eine direkte Einsicht darüber, wie hoch der Erfolg ist. Swipe-up-Links, Rabattcodes etc. sind Möglichkeiten Unternehmen direkt in die Postings mit einzubinden und mich auch tracken zu können.

Welchen Rat würdest Du Unternehmen geben, die sich verstärkt auf Instagram bzw. Social Media engagieren wollen? Was ist unverzichtbar – und was geht gar nicht?

Das ist eine wirklich komplexe Frage, die es für jede Brand und jedes Produkt individuell zu analysieren und zu beantworten gilt. Um aber hier ein paar Dinge zu nennen: Legt den Fokus auf den User. Seid authentisch und kommuniziert eine klare Message. Seid mutig, neue Wege des Marketings auszuprobieren und nutzt alle Wege, die Social Media und Instagram euch bieten. Da wir mit unserer Social Media-Marketing-Agentur „Happy King Agency“ auch viele Kunden betreuen und beraten, die sich dafür entschieden haben Social Media-Marketing zu betreiben, achten wir darauf, dass auf den Accounts auch immer Mehrwert geboten wird. Ich denke Mehrwert und Authentizität sind als Marke genauso wichtig wie Influencer-Marketing und gesponserte Postings.

Follow ffranzy

Franziska Fröhlich hat an der Universität Köln „Intermedia“ studiert. Schwerpunkte waren Medienbildung, -gestaltung und -kultur. 2015 gründete sie ihren Blog fashionforffranzy.com. Seit Ende 2017 arbeitet sie hauptberuflich als Influencerin. Mehr als 160.000 Menschen folgen ihrem Account ffranzy auf Instagram. Gemeinsam mit ihrem Freund Moritz König betreibt Franziska Fröhlich die Social Media-Agentur Happy King. www.happyking-agency.com

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Helge Neumann / 19.09.2019 - 10:14 Uhr

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