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Zoff, Streit, Stress?

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Wie gehe ich am besten damit um, wenn die Kolleginnen über mich lästern? Und wie verhindert man ständigen Zoff bei der Urlaubsplanung? Expertin Regina Ch. von Rolbicki gibt hilfreiche Tipps und Strategien für schwierige Situationen – und mehr Harmonie im Team.

Was tun bei?

Ärger mit der Urlaubsplanung

 

Regelmäßig kommt es in einem Verkaufsteam zu Diskussionen wegen der Urlaubsplanung. Zwei Verkäuferinnen sind nicht so flexibel wie die anderen, weil sie Kinder haben und auf die Schulferien angewiesen sind. Eine andere schnappt sich regelmäßig alle Brückentage, was bei den übrigen Kolleginnen für Unmut sorgt. Der Chef hält sich aus der Sache raus und sagt: „Das müsst ihr unter euch klären!“ Wie kann die Urlaubsplanung für alle fair geregelt werden?

Die Urlaubsplanung ist in vielen Verkaufsteams ein Thema mit ausreichend Konfliktpotenzial. Lösen kann man dies nur, wenn klare, für alle Teammitglieder geltende Regeln aufgestellt werden – und zwar gemeinsam mit dem Chef. Alle Teammitglieder kommen zusammen und beantworten die Frage: „Wie können wir sicher stellen, dass die Urlaubsplanung für alle gerecht ist?

Folgende Punkte können dabei hilfreich sein:

  • Teammitglieder mit Kindern sollten bevorzugt in den Ferien Urlaub erhalten, haben aber nicht generell ein Anrecht darauf.

  • Die Regel ’Wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘ sollte bei der Urlaubsplanung keine Anwendung finden. Denn es ist nicht jedem möglich schon im Dezember den kompletten Urlaub für das Folgejahr zu planen.

  • Es sollte ein Datum fixiert werden, bis wann mindestens 50% des Urlaubs eingereicht werden muss.

  • Damit nichts in Vergessenheit gerät, wird alles schriftlich festgehalten.

 

Was tun bei?

Besserwisserei

 

Eine junge Verkäuferin ist neu ins Team gekommen. Sie ärgert sich sehr über eine ältere Kollegin, die sie immer wieder in unfreundlichem Ton verbessert und ermahnt – oft zu Unrecht. Auf der einen Seite merkt sie, dass es ihr immer schwerer fällt, sich auf die Arbeit und besonders auf die Kunden zu konzentrieren, da sie Angst hat, sofort wieder von der Kollegin kritisiert zu werden. Auf der anderen Seite möchte sie nicht zum Chef gehen und die Kollegin anschwärzen. Sie ist ratlos. Immerhin ist sie die Jüngere und da kann sie der älteren Kollegin doch keine Vorschriften machen bzw. kritisieren. Oder?

Das ist eine Situation, wie sie immer wieder in Verkaufsteams vorkommt, ggf. ist es hier ein Generationskonflikt. Dabei ist es wichtig, beide Seiten zu verstehen: Langjährige Mitarbeiterinnen, haben sich viele Jahre im Geschäft erfolgreich bewiesen. Die Angst die Arbeit nicht mehr zu schaffen, nicht mehr gebraucht zu werden und ggf. durch jüngere Kolleginnen ’ausgetauscht‘ zu werden, steigt zum Teil unbewusst. Aus dieser Angst heraus kann es passieren, dass die ’Gefahr‘ bekämpft wird, indem die Leistung des anderen abgewertet wird, um die eigene aufzuwerten. Wichtig ist, zu verstehen, dass nur ganz selten wirklich Bösartigkeit dahintersteckt, sondern eine große Portion Angst und Unsicherheit.

Kommen wir nun zu der jungen Kollegin zurück. Immer wieder erleben wir es in der Praxis, dass sich gerade junge Menschen nicht trauen, älteren Kollegen etwas zu sagen. Ein Punkt, der häufig auch mit der Erziehung zusammenhängt. Aber auch wenn man jung ist, hat man das Recht älteren Kolleginnen ein Feedback zu geben. Sicher erfordert es eine Portion Mut das Gespräch zu suchen, aber beide Seiten können aufgrund der unterschiedlichen Wissensstände sehr gut voneinander profitieren.

Beherzigen Sie dabei folgende Punkte:

  • Frühzeitiges Ansprechen verhindert, dass sich die Fronten verhärten und die Emotionen überkochen.

  • Ein respektvoller Umgang miteinander heißt nicht, eine ’unterwürfige‘ Haltung einzunehmen, sondern höflich, mit ’geradem‘ Rücken und erhobenen Haupt der Kollegin gegenüberzutreten.

 

Was tun bei?

Lästerei

 

Eine Mitarbeiterin hat ihre beiden Kollegen zufällig dabei belauscht, wie sie über sie hergezogen haben. Sie ist deswegen sehr verletzt. Wie geht sie jetzt am besten damit um? Sollte sie ihre Kollegen darauf ansprechen?

So zu erfahren, was andere Kolleginnen über einen denken, verletzt in vielfacher Weise:

1. weil es hinter dem Rücken passiert, die Äußerungen häufig unter die Gürtellinie gehen und es enttäuschend ist, zu erfahren, was die anderen über einen denken und es nicht mit dem übereinstimmt, was man selber über sich denkt.

2. Wird man auf diese Art und Weise verletzt, fällt es schwer, das zu vergessen. Im Gegenteil, immer dann, wenn man zusammenarbeitet, nimmt das Gehörte Einfluss auf das eigene Denken und Verhalten. Sichtbar und hörbar wird das durch unsere Mimik, Gestik, Körperhaltung und wie mit der Kollegin sprechen. Und damit nimmt der Konflikt seinen Lauf.


Daher ist die Lösung, so etwas zu ignorieren, in der Regel die schlechtere Variante. Die Mitarbeiterin sollte deshalb die beiden Kolleginnen, auch wenn es ein schwerer Schritt ist und Herzklopfen verursacht, um ein Gespräch bitten.

 

Ich-Botschaften in vier Schritten:

 

Beschreiben Sie sehr konkret die Situation aus Ihrer Sicht, ohne es zu werten. Ein Beispiel: „Ich habe gestern die Kundin mit dem kleinen Dackel bedient. Sie suchte ein Paar Schuhe für Einlagen. Nachdem ich zwei Paar für die Kundin bereitgestellt habe, sind Sie dazugekommen und haben mir vor der Kundin gesagt, „Was machen Sie denn da? Die können Sie doch nicht für Einlagen empfehlen.“ und sind dann weiter gegangen.“

Schildern Sie die Auswirkungen.
Zum Beispiel: „Die Kundin sah mich irritiert an und fragte mich, ob ich denn nicht vom Fach wäre.“

Drücken Sie Ihre Gefühle aus.
Zum Beispiel: „Ihre Aussage hat mich sehr geärgert. Ich fühlte mich bloßgestellt und die Kundin denkt jetzt, dass ich keine Ahnung habe, was so nicht richtig ist, denn die Schuhe waren für Einlagen geeignet.“

Sagen Sie welche Wünsche und Erwartungen Sie haben.
Zum Beispiel: „Mir ist es wichtig, dass Sie, wenn Sie mir etwas zu sagen haben, es nicht vor dem Kunden tun, sondern mich zur Seite nehmen.“

 

Kurz und knapp:

 

Tipps für ein erfolgreiches Klärungsgespräch

  • Nehmen Sie sich ausreichend viel Zeit

  • Vermeiden Sie Vorwürfe

  • Nutzen Sie Ich-Botschaften: Mit ihrer Hilfe kann es gelingen, den Anderen darauf aufmerksam zu machen, wie sein Verhalten erlebt wird

I love shoes wünscht Ihnen viel Kraft in Stresssituationen und Harmonie im Team.

Redaktion / 16.08.2017 - 10:25 Uhr

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