Oft reist man mit gemischten Gefühlen und vielen Fragen an den Gardasee. Und oft kommt man zwar mit einigen Antworten, aber auch mit gemischten Gefühlen zurück. Dieses Mal bot die Expo Riva Schuh durchaus Überraschungen. Vor allem die, dass gute Stimmung herrschte. Keine Euphorie, klar. Aber eine positive Grundeinstellung und sogar eine Spur Optimismus waren wahrnehmbar. Schließlich hatte das Wetter in den zurückliegenden Wochen mitgespielt und die Umsätze kräftig angekurbelt. Und so waren die Händler am Gardasee grundsätzlich guter Laune – das ist erfreulich nach Jahren im Dauer-Krisenmodus und immer neuen Hiobsbotschaften. Nein, es ist nicht alles gut. Der Strukturwandel greift weiter um sich. Die Kosten steigen. Dieses und auch das kommende Jahr werden hart. Und wer weiß schon, was danach kommt. Früher gab es mal Fünfjahres-Pläne, sagte ein Geschäftsführer im Gespräch mit schuhkurier. Aber dieses „Früher“ ist lange her. Heute müssen Unternehmen binnen weniger Monate Lösungen finden, sich neu orientieren. Der Weg an die Füße der rund 84 Millionen Deutschen kann steinig sein.
Dass die Branche effizienter werden muss – Wortmann-CEO Jens Beining spricht von „operativer Exzellenz“ – steht außer Frage. Vor allem aber braucht sie eine positive Grundeinstellung: Wenn sich der Optimismus, der jetzt in Riva spürbar war, auch in den kommenden Wochen und Monaten hält, ist schon viel erreicht. „Wir arbeiten doch alle in einer saugeilen Branche“, freute sich ein Aussteller am Gardasee. Wow – so ein Statement hat man lange nicht gehört. Eine solche Einstellung hilft ganz sicher, wenn das Wetter wieder umschlägt.