Am 24 und 25. September 2025 findet wieder die Desma-Hausmesse in Achim bei Bremen statt. Der Schuhmaschinenhersteller hat angekündigt, dort die neue SCF (Super Critical Foaming)-Sohlentechnologie vorstellen zu wollen. Dabei handelt es sich um einen Prozess, bei dem ein bei Raumtemperatur gasförmig vorliegendes Medium – in diesem Fall Stickstoff oder CO2 – unter hohem Druck in ein heißes thermoplastisches Material injiziert und vermischt wird. Beim nachfolgenden Einspritzen in die Form entsteht durch den geringeren Gegendruck ein mikrozellularer Schaum. Das soll die Produktion von Sohlen mit geringem Gewicht und guter Dämpfung und Rückstellkraft ermöglichen. Besonders gut sei Thermoplastisches Polyurethan für diese Technologie geeignet, die rein physikalisch erfolgt und deswegen besonders umweltschonend sein soll. Weitere Vorteile sind eine geringere Ausschussrate und eine insgesamt höhere Leistung, also mehr Sohlen pro Zeiteinheit.
Die Technologie soll Schuhherstellern dabei helfen, die wachsenden Anforderungen an Sport-, Lauf- und Wanderschuhe zu erfüllen. Die Ansprüche an Performance, Gewicht, Dämpfung und Recyclingfähigkeit sowie Designvielfalt würden stetig steigen, so Desma. Die leichten und leistungsstarken Sohlen würden die Möglichkeiten der Schuhproduktion dahingehend erweitern. Desma arbeite schon seit einigen Jahren an der Technologie, sagt Desma-Geschäftsführer Klaus Freese: „Das Ergebnis ist eine Technik, die durch ’German Engineering‘ prozesssicher und robust funktioniert.“ Geschäftsführer Christian Decker fügt hinzu „Die Vorteile des präsentierten Fertigungssystems liegen in der sehr sensiblen Verfahrenssteuerung mit dem Ergebnis homogener Bauteile mit gleichmäßiger Oberfläche, der Wirtschaftlichkeit und der Skalierbarkeit der Gesamtanlage.“
Zu den weiteren Technologien, die auf der Desma-Hausmesse vorgestellt werden, gehört die Partikelzudosierung, die die Direktansohlung um den Aspekt Nachhaltigkeit erweitern soll. Dabei werden granulierte Produktionsabfälle oder funktionale Addivite hinzugegeben, um den Verbrauch an Neumaterial zu senken. Die Multi Section Injection von Desma soll hingegen ein Schritt dahin sein, wirtschaftlich effizient individualisierte Schuhe zu fertigen. Die Technologie soll es ermöglichen, die physikalischen Eigenschaften innerhalb einer Zwischensohle zu verändern, indem segmentweise Material in verschiedene Bereiche eingespritzt wird, um unterschiedliche Eigenschaften, wie eine von Abschnitt zu Abschnitt unterschiedliche Härte, zu erzielen. KI-Tools sollen dem Prozess mehr Dynamik verleihen und werden in Verbindung mit Kundenwünschen und -ideen von Desma angeboten.