Laut einem Bericht des Handelsblatts soll Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus am Abend des 8. April den Gläubigerausschuss über die Entwicklung informiert haben. Dieser muss dem Verkauf in einer Gläubigerversammlung Anfang Mai final zustimmen. Geschieht dies, ist NRDC neuer Eigner der verbliebenen 92 Galeria-Filialen.
NRDC Equity Partners ist die Investmentgesellschaft des kanadischen Unternehmers Richard Baker. Ihm gehört auch die Mehrheit am Warenhauskonzern Hudson Bay Company (HBC) sowie Saks Fifth Avenue. Über HBC übernahm er im Jahr 2015 Kaufhof. 2019 verkaufte er das deutsche Warenhausunternehmen – damals noch mit umfangreichem Immobilienbesitz – an die österreichische Signa Gruppe, die wiederum 2014 Karstadt übernommen hatte. In der Folge kam es zur Fusion von Karstadt und Galeria Kaufhof.
Neben NRDC soll zu dem Konsortium, das Galeria übernehmen will, laut dem Handelsblatt auch der ehemalige Kaufhof-Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Beetz gehören.
Galeria Karstadt Kaufhof hatte im Januar 2024 zum dritten Mal einen Insolvenzantrag gestellt – nach 2020 und 2022. Die aktuelle Schieflage resultiert aus den finanziellen Schwierigkeiten des Signa-Konzerns.
Der aktuelle Galeria-CEO Olivier van den Bossche und Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus hatten das Ziel formuliert, den Warenhauskonzern mit seinen aktuell 92 Filialen und knapp 13.000 Beschäftigten zu erhalten.
Laut Medienberichten sollen zuletzt zwei Bieter im Rennen um den Warenhaus-Konzern gewesen sein. Sie seien nach Angaben des Insolvenzverwalters an der Weiterführung von „60 plus X Filialen“ interessiert. Wie viele der 92 bestehenden Häuser tatsächlich übernommen werden sollen, ist derzeit noch unklar.