Die vom HDSL vorgelegte Bilanz der deutschen Schuhhersteller 2024 ist durchwachsen. Von Januar bis November lag der Gesamtumsatz der deutschen Schuhindustrie bei 2,12 Mrd. Euro. Das entspricht einem nominellen Umsatzplus von 2,4% zum Vorjahreszeitraum (2,07 Mrd. Euro). Im Inland stieg der Umsatz um 4,5% von 1,55 Mrd. Euro auf 1,62 Mrd. Euro. Der Auslandsumsatz sank hingegen um 6,6% von 528 Mio. Euro auf 493 Mio. Euro, wobei 61% des Auslandsumsatzes in der Eurozone erzielt wurden. Die Gewinner seien dennoch die starken Marken mit hoher Präsenz auf internationalen Märkten gewesen. Schwer getan hätten sich hingegen die Anbieter in den Segmenten Business und Komfort. In einer vom HDSL durchgeführten Konjunkturumfrage gab die Mehrheit der Unternehmen an, die wirtschaftliche Lage höchstens mit der Note Befriedigend zu bewerten. Bei den Aussichten in die Zukunft rechnet die Mehrzahl bezogen auf Umsatzentwicklung, Geschäftsentwicklung und Auftragsbestand mit schlechteren Bedingungen und Ergebnissen. Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert schließt daraus die Forderung: „Die Politik muss der Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen endlich Priorität einräumen.“
Die Zahl der Beschäftigten ist in den 33 größeren Betrieben der Industrie mit über 50 Mitarbeitenden um 2,7% gestiegen und lag 2024 bei 9.283. In der gesamten Branche sind 15.500 Menschen angestellt. Die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden erhöhte sich von 1.066 auf 1.082. Die Lohn- und Gehaltssumme ist von 25,8 Mio. Euro auf 27,9 Mio. Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 8%. Dem gegenüber steht eine Inflationsrate in Deutschland von 2,2%. Die Verbraucherpreise für Schuhe sind mit +5,51% weniger stark gestiegen als im Vorjahr (+7,21%). Auf Erzeugerebene fiel der Preisanstieg mit 0,79% etwas geringer aus als 2023 (+1,43%). Da sich Deutschland weiter in der Rezession befindet und die Wachstumsprognose für 2025 nach unten korrigiert wurde, blickt der HSDL mit Sorge auf das laufende Jahr. Für einige Marktsegmente, – Sportschuhe, Sneaker, Luxusschuhe und Barfußschuhe – sei jedoch weiter starkes Wachstum zu erwarten.
Politisch dürften die Unsicherheiten bleiben, erwartet der HDSL. Nicht nur in der deutschen Volkswirtschaft, sondern auch auf EU-Ebene seien wirtschaftliche Herausforderungen durch die weiter umzusetzenden und beschlossenen Umweltstandards zu erwarten. Hinzu kämen die Unsicherheit bei der Regierungsbildung nach den Wahlen in Deutschland, aber auch etwa in Österreich und Frankreich. Die neue US-Regierung hat bereits eine veränderte Zoll- und Handelspolitik angekündigt, von der Auswirkungen auf die europäische Handelspolitik zu erwarten seien. Hinzu kämen die anhaltenden sicherheitspolitischen Krisen, insbesondere Russlands Angriff auf die Ukraine, die sowohl die wirtschaftliche Unsicherheit als auch die Energiekosten in der EU weiterhin prägten.