Kennzahlen und Vertriebsstrategie
Global konnte Guess mit dieser Strategie im Geschäftsjahr 2023/2024, welches am 3. Februar 2024 endete, 2,8 Mrd. USDollar (2,5 Mrd. Euro) umsetzen und damit im Vergleich zum Vorjahr um 3% wachsen. In Deutschland ist der Umsatz im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr laut Jahresbericht von 188 Mio. Dollar (170 Mio. Euro) auf 199 Mio. Dollar (180 Mio. Euro) um 6% gestiegen. Die Anteiligkeiten zwischen Damen und Herrenkollektion liegen bei 80 zu20, wobei der Herrenanteil zuletzt aufholen konnte. Das liegt auch am Label Guess Jeans. Dieses ist als reines Hosen-Label gestartet und bietet mittlerweile auch komplette Outfits für eine jüngere Zielgruppe an. Vor allem Männer können mit dem jungen Angebot angesprochen werden, sodass der Geschlechteranteil dort ungefähr bei 50:50 liegt. Es zeigt sich das Potenzial, Männer von Guess zu überzeugen. Auch im Marketing will man die Herren daher zukünftig stärker ansprechen, hat sich die Bildsprache in den Kampagnen doch bisher fast ausschließlich an Frauen gerichtet. Gegenüber dem Fachhandel setzt Guess laut eigenen Angaben einen Fokus da rauf, den Kunden einen individuellen Service bieten zu können. Während der Corona-Pandemie wurden für den europäischen Markt Händlerservices aufgebaut und in den Folgejahren optimiert. So können Händler seit September 2021 über den Verkaufsassistenten Gstock auf das gesamte E-Commerce-Sortiment zugreifen und Größen und Farboptionen bestellen, die im Geschäft nicht verfügbar sind. Diese können sie dann dem Kunden nach Hause senden oder ihnen die Artikel zur Abholung bereitstellen. Über das Projekt Ship from Store, gestartet im Juni 2020, kann bei Online-Bestellungen auf den Bestand der Stores zugegriffen werden. Damit könnten laut Guess der Warenfluss optimiert, der Abverkauf gesteigert und langsame verkaufende Artikel reduziert werden.
Der Anteil zwischen eigenen Geschäften, E-Commerce und Wholesale-Partnern sei ausgeglichen. Guess will zurzeit das Geschäft mit dem stationären Einzelhandel stärken, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Schließlich soll die Marke, die auf extravagante Designs setzt, wahrnehmbar sein. 32 eigene Stores gibt es in Deutschland und Österreich. Der neuste ist der im Juli eröffnete Guess Jeans-Store in Berlin. Wholesale-Partner zählt Guess in den beiden Ländern über 400. Es gebe eine bewusste Auswahl an Fachhandelspartnern, erklärt das Unternehmen. Unterschieden werde aber nicht zwischen großen und kleinen Händlern – alle seien wichtig. Wichtig sei, dass sie in der Lage sind, die Marke umfassend darzustellen.