Ringschuh-Geschäftsführer Bernd Grillitsch, verantwortlich für das Schuhhaus zur Oper, sieht wetterbedingte Umsatzschwankungen, aber weiterhin gute Chancen für hochwertige Kinderschuhe. (Foto: Redaktion)
Beim Thema Preise zeigt sich ein differenziertes Bild. Anna Heimann berichtet, dass selbst Lauflerner für knapp 90 Euro kaum auf Widerstand stoßen. Entscheidend sei nicht der Preis, sondern die Überzeugung, das Richtige für das Kind zu kaufen. Im Einstiegsbereich halte sie dennoch bewusst einige günstige Modelle bereit – etwa Hallensportschuhe oder Badeschuhe –, um auch spontane Käufe oder Urlauber bedienen zu können. Das obere Ende ihres Sortiments liegt bei rund 160 Euro.
Britta Goertz sieht die Schmerzgrenze bei vielen Eltern etwas niedriger. Der Durchschnittspreis ihrer Lauflerner liegt bei rund 62 Euro. Den Ricosta-Klassiker Cory bezeichnet sie als ihren wichtigsten Artikel. Preissteigerungen auf knapp 80 Euro hält sie noch für vermittelbar, darüber werde es jedoch schwierig. Wichtig sei deshalb ein verlässlicher Nachlieferservice. Gerade Ricosta und Richter überzeugten sie hier durch ihre Lieferfähigkeit und attraktive Kalkulation. Auch Vera Kopitetzki nennt den Ricosta Cory als wichtigsten Artikel ihres Sortiments. Ebenso unverzichtbar seien Froddo, Superfit und Richter. Kritisch beurteilt sie allerdings die Preisentwicklung einzelner Marken. „Wenn Modelle, die mal bei 59 Euro angefangen haben, heute 84 kosten, wird die Luft dünn.“ Gleichzeitig verweist sie auf ein Problem, das viele Fachhändler beschäftigt: Marken verkauften ihre Produkte zunehmend selbst oder über Plattformen wie Limango zu deutlich reduzierten Preisen. „Für uns als Fachgeschäft mit hoher Beratungskompetenz ist das aber ein großes Problem.“
Während sich der Markt insgesamt schwieriger entwickelt, gibt es durchaus Bereiche mit Wachstumspotenzial. Bernd Grillitsch, Geschäftsführer der Verbundgruppe Ringschuh, die in Wien das traditionsreiche Schuhhaus zur Oper betreibt, berichtet zwar von starken wetterbedingten Umsatzschwankungen, sieht aber weiterhin gute Chancen für hochwertige Kinderschuhe. Höhere Durchschnittspreise ließen sich aufgrund der Positionierung des Hauses nach wie vor durchsetzen. Gleichzeitig beobachtet auch er eine deutlich stärkere Bedarfsorientierung. Übergangsschuhe seien früh gefragt gewesen, Sommerschuhe dagegen erst deutlich später.
Grillitsch setzt deshalb konsequent auf Kennzahlenmanagement, Top-Marken und Nachorderfähigkeit. Marken, die kurzfristig liefern könnten, seien heute klar im Vorteil. Darüber hinaus misst er Zusatzartikeln eine hohe Bedeutung bei. Socken, Rucksäcke, Schals und Mützen erzielten mittlerweile einen hohen einstelligen Umsatzanteil. Das Verhältnis von Schuhen zu Zusatzartikeln liege in seinem Geschäft bei zehn zu acht – ein Bereich mit weiterem Potenzial.