Das Unternehmen plant, die Marke als Lieferant von Kampfstiefeln für die Armee neu zu positionieren und die Fertigung – wie in früheren Jahrzehnten – zurück in die Schweiz zu holen. Bereits im kommenden Jahr sollen erste Prototypen eines neu entwickelten, ergonomischen Kampfstiefels vorgestellt werden.
Nach Angaben der beiden Co-CEOs Karl Müller und Claudio Minder versteht sich die Übernahme als Bekenntnis zu Tradition, Innovation und Schweizer Wertschöpfung. Am Produktionsstandort Sennwald im St. Galler Rheintal sollen Know-how gesichert, Arbeitsplätze geschaffen und die industrielle Unabhängigkeit gestärkt werden. Ziel ist es, einen möglichst hohen Anteil der Wertschöpfung im Inland zu belassen.
Die reine Übernahme der Marke erfolgte bereits im Jahr 2021. Auf Nachfrage des schuhkurier gab Co-CEO Claudio Minder an, dass sich das Unternehmen bis dato jedoch auf den Aufbau der Schweizer Marke Kandahar konzentriert habe. Kandahar wurde zuvor von Kybun Joya übernommen. Nun erfolgt der Neustart auch für Elgg – mit einem eigens für Frauen entwickelten Kampfstiefel. Frauen stellen in der Schweizer Armee zwar weiterhin eine Minderheit, ihr Anteil und ihre Bedeutung in der Truppe nehmen jedoch zu. Aus Sicht von Kybun Joya setzt ein Modell, das den Anforderungen von Soldatinnen in extremen Belastungssituationen genügt, zugleich einen Standard für künftige Modelle.
Die Geschichte der Marke Elgg reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Das Unternehmen war lange ein wichtiger Hersteller rahmengenähter Herrenschuhe und Militärstiefel und fertigte unter anderem den Kampfstiefel 90. Steigende Produktionskosten und der wachsende Konkurrenzdruck aus Niedriglohnländern führten Anfang der 2000er-Jahre zur Verlagerung der Fertigung ins Ausland. Nun soll Elgg als Marke und Militärschuhspezialist schrittweise neu aufgebaut werden.
„Elgg ist ein Kulturerbe der Schweizer Schuhindustrie. Wir sind stolz, diese Marke in eine neue Ära zu führen“, sagt Co-CEO Claudio Minder.