Das Feedback aus dem Handel auf die Übernahme der Bullboxer-Markenrechte sei überwiegend positiv gewesen, berichtet Lisa Schmitz, bei Henkelman als Brandmanagerin für Bullboxer verantwortlich. Vereinzelt habe man Bedenken dahingehend wahrgenommen, ob Bullboxer künftig als eine weitere preiswerte Henkelman-Marke in den Markt gebracht werde, erinnert sich die 29-Jährige. Um diese Zweifel auszuräumen, habe man immer wieder den Dialog mit dem Handel gesucht. „Erfreulicherweise sind wir auf viele offene Ohren gestoßen“, so Schmitz. Darum fühle sich das Unternehmen nun bekräftigt, den eingeschlagenen Weg, Bullboxer als Fachhandelsmarke aufzubauen, fortzusetzen. Dabei konzentriere man sich auf die Kernkompetenzen, für die Henkelman steht, ergänzt Michael Müller. Und dazu gehörten neben der schnellen Lieferung vor allem eine gute Kalkulation für den Handel und modische, verkaufbare Ware. Eine saubere Trennung zwischen den Henkelman-Eigenmarken und Bullboxer will das Unternehmen durch unterschiedliche Entwicklungsteams und einen separaten Außendienst sicherstellen. Ansprechen will das Unternehmen mit Bullboxer nun klassische Schuhhandelsunternehmen in verschiedenen Märkten.
Made in Portugal
Preislich sind Bullboxer-Schuhe aus Leder für Damen und Herren um die 100 Euro VK positioniert; Synthetik-Modelle bewegen sich zwischen 70 und 80 Euro. Gefertigt werden die allermeisten Schuhe der Marke in Portugal. Hier konnte man auf bisherige Bullboxer-Produzenten zurückgreifen. Auch die derzeit angesagten Retro-Sneaker mit Cupsole werden in dem südeuropäischen Land hergestellt. Lediglich Sneaker kommen aus Fernost – nirgendwo sonst können sie in vergleichbarem Preis-/Leistungsverhältnis hergestellt werden. Bei der Ausstattung der Bullboxer-Schuhe will das Henkelman-Team keine Kompromisse eingehen. Leder als Schaft- und Futtermaterial steht an erster Stelle. „Seit drei Monaten arbeiten wir an der richtigen Decksohle für die Schuhe“, ergänzt Müller. Elementar sei die richtige Kombination aus Qualität und typisch pfiffigem, niederländischem Design. Mit diesem Ansatz soll Bullboxer ein Stück von dem Marktsegment erobern, in dem sich unter anderem Mitbewerber wie Rieker, Bugatti und Tom Tailor bewegen.
Erste Bullboxer-Modelle unter der Ägide von Henkelman wurden dem Handel im Juni am Gardasee präsentiert. In dieser und der kommenden Orderrunde sollen alle relevanten Messen besucht werden, von der Shoes in Düsseldorf über die Micam in Mailand bis hin zu den Verbundgruppen-Veranstaltungen und der Essenz in München. „Danach werden wir ein Fazit ziehen, welche Messen sich wirklich lohnen und wo wir auch künftig weiter präsent sein wollen“, erläutert der Henkelman-CEO. Fernost-Ware, also vorrangig Sneaker, kann bis Mitte Oktober geordert werden, in Portugal gefertigte Schuhe sogar noch Anfang November. Ab Ende Dezember wird nach Einschätzung von Lisa Schmitz erste F/S-Ware an den Handel geliefert. Dann wird sich Bullboxer in den Schaufenstern und auf den Präsentationsflächen von Schuhhändlern wiederfinden und – so der Wunsch in Weert, die Herzen der Verbraucherinnen und Verbraucher erobern.