Der stationäre Einzelhandel in Deutschland befindet sich laut „Handelsmonitor H1 2026“ von EHI und Imtargis in einer Phase tiefgreifender Transformation. Innenstädte verändern sich, Filialnetze werden angepasst und neue Anbieter positionieren sich – gleichzeitig verschwinden etablierte Vertriebslinien vom Markt.
Im ersten Halbjahr 2026 zeigte sich Deutschland weiterhin als attraktiver Zielmarkt für internationale Retailer. Neue Konzepte siedeln sich vor allem in hochfrequentierten Innenstadtlagen und Shopping-Centern an. Auch für die Schuhbranche relevant: Mit Flabelus ist ein neuer Anbieter im Segment Schuhe und Lederwaren gestartet. Darüber hinaus expandieren Anbieter aus den Bereichen Mode, Einrichtung, Sport und Gastronomie. Parallel dazu eröffnen vereinzelt auch Onlinehändler stationäre Stores, um ihre Markenpräsenz zu stärken.
Dem gegenüber steht eine anhaltende Insolvenzwelle im Handel. Besonders deutlich wird dies am Beispiel Depot: Nach einer erneuten Insolvenz sollen 66 weitere Filialen geschlossen werden, sodass rund 80 Standorte verbleiben. Bereits 2024 hatte das Unternehmen sein Filialnetz massiv reduziert. Auch die Insolvenz der Hellweg-Gruppe sowie die Situation des Lebensmittelhändlers Feneberg verdeutlichen den wirtschaftlichen Druck in verschiedenen Handelssegmenten.
Neben laufenden Verfahren wurden im ersten Halbjahr 2026 auch mehrere Insolvenzen abgeschlossen. So musste Pepco sein Filialnetz nahezu halbieren, während sich Wormland und Hammer vollständig aus dem Markt zurückgezogen haben. Die Insolvenz des Herrenbekleidungsherstellers Eterna endete mit der Auflösung des Unternehmens, die Marke bleibt jedoch erhalten. Die rund 40 Filialen in Deutschland wurden geschlossen.