Die Löhne und Gehälter sollen nach drei Nullmonaten rückwirkend zum 1. Juli 2026 um 3 % steigen. Zum 1. April 2027 soll eine weitere Erhöhung um 2 % folgen. Die Laufzeit beträgt insgesamt 25 Monate.
Der tarifliche Mindestlohn erhöht sich zunächst auf 14,20 Euro pro Stunde und ab April 2027 auf 14,90 Euro. Auch die Ausbildungsvergütungen sollen überproportional steigen. Konkrete Beträge nannte der Handelsverband dazu bislang nicht. Zudem soll die Entgeltumwandlung für ein Dienstfahrrad künftig auch in Unternehmen ohne Betriebsrat möglich sein.
Von dem Tarifgebiet sind nach Angaben von Verdi rund 240.000 Beschäftigte im hessischen Einzel- und Versandhandel betroffen. Der Einigung waren mehrere Verhandlungsrunden und Arbeitskämpfe vorausgegangen.
Der Abschluss steht noch unter einer Erklärungsfrist bis zum 11. September 2026. Bis dahin können die Tarifparteien das Verhandlungsergebnis noch widerrufen.
„Die Verhandlungen waren nicht einfach – der hessische Handel kämpft nun seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen und befindet sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. In einer solchen Situation einen Kompromiss zu finden, heißt, Verständnis für die Position der anderen Seite aufzubringen und gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden. Das haben wir nun geschafft“, betont Nico Lehm, Vorsitzender der Tarifkommission in Hessen. „Eine Verbesserung der Konsumstimmung ist weiterhin nicht in Sicht. Deshalb ist es so wichtig, dass der hessische Handel durch den heutigen Abschluss Planungssicherheit erhält, um gemeinsam mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern den Fortbestand der Betriebe zu sichern.“