Wer den Einkauf nicht als „Shopping“, sondern als kulturelles Erlebnis verstanden wissen möchte, ist bei Ladage & Oelke goldrichtig. Wer sich für Markentechnik interessiert, findet in dem zwischen Rathaus und Alsterfleet gelegenen Traditionshaus ein Paradebeispiel für kluge Dachmarkenstrategie. Und wer einfach nur gute Schuhe sucht, trifft dort auf ein Angebot, das Liebhaber handwerklich über jeden Zweifel erhabenen Schuhwerks auf Anhieb überzeugen dürfte. Man ahnt es schon: Ladage & Oelke, als „Englisches Kleidermagazin seit 1845“ eine Hamburger Institution mit Mode und mehr für alle Lebenslagen des hanseatischen Gentleman, ist ein Gesamtkunstwerk, das in unserer an Attraktionen nicht eben reicher werdenden Einzelhandelslandschaft ein Leuchtturm ist. „Wir haben als Tuchhändler angefangen und sind bis heute ein englisches Kleidermagazin“, erzählt Selma Wegmann, die das Geschäft gemeinsam mit ihrem Mann Thomas in fünfter Generation führt. Dabei spielte der Schuh lange Zeit keine Rolle. Erst nachdem das originäre Ladenlokal abgebrannt war, wurde beim Wiederaufbau zum Textilsortiment eine Schuhabteilung addiert. Vor acht Jahren schließlich wurde der Store von Grund auf „verjüngt, entstaubt, das Sortiment gestrafft“, so Selma Wegmann. Die 20 Mitarbeitenden sind „alle auf Augenhöhe“; es gibt keine Abteilungsleiter, sondern „eine flache Hierarchie, so dass alle gleichermaßen eingebunden sind“.