Freitagmorgen, 11 Uhr, 35 Grad. Bei „Diehl & Diehl Schuhwerk und Garderobe“ in der Frankfurter Hochstraße steht ein sehr junger Mann mit blondierter Mähne und tief hängender Jeans vor dem deckenhohen Regal mit feinstem Schuhwerk: Edward Green, Crockett & Jones oder St. Crispin’s; Loafer, Stiefeletten und Schnürer aller Art in Glattleder oder Velours, in Schwarz, Cognac, Schokoladenbraun. Mit anderen Worten: Auf diesem Regal findet der Liebhaber guter Schuhe alles, was sein Herz begehrt, der Schuhanteil beträgt bei Diehl & Diehl gut 20 %. Der junge Mann – natürlich trägt er Sneaker – sucht ein Paar Schuhe, jawohl: Lederschuhe.
Der Vater deutet auf ein Paar Tasselloafer. Der Sohn jedoch ist abgelenkt, er lässt den Blick gerade schweifen über diesen unerschöpflichen Fundus voller Wunderwerke der Herrenmode. Auf warmen Holzböden markante Teppiche und auch sonst viel Holz mit schmucker Patina, Regale mit Stoffballen, ein zum Schuhschrank umfunktioniertes Apothekenmöbel, Glasvitrinen mit feinledernen Kulturtaschen in Blau, Orange, Grün und weiteren Pretiosen. On top ein Zylinder plus Hutschachtel, hier eine Schneiderpuppe im Miniaturformat, dort ein Paar Samtslipper von Bowhill & Elliott, ein Fächer italienischer Stockschirme in den schönsten Farben, ein Vorlagentisch voller Hemden aus Neapel, Bergamo und Süditalien. Es gibt Reisetaschen aus sämischgegerbtem Hirschleder von Riemer aus Wien oder, von Felisi, aus farbigem, ledergefasstem Baumwoll-Canvas; hier und da rotsamtene Nadelkissen, ein Strauß edler Gürtel, feine Hosen, Sakkos, Anzüge von Stile Italiano, Mauro Blasio oder Tessitore feinsäuberlich auf Kleiderstangen sortiert, und auf all das blickt das Häusermeer von Genua von einer riesigen Fotografie an der Wand herab. Kurzum: Wohin das Auge fällt, sieht es nur Schönes, Zauberhaftes, Überraschendes, Einzigartiges. „Was meinst Du nun“, bringt der Vater sich und die Tasselloafer in Erinnerung. „Ach, weißt Du, Papa“, sagt der Sohn mit glänzenden Augen, „irgendwann, wenn ich mit dem Studium und allem fertig bin und richtig Geld verdiene, dann hole ich mir hier einen Anzug!“ Ja, Ehrenwort, das sagt er tatsächlich. Und allein dafür lohnt der Besuch bei Diehl & Diehl: um zu erleben, dass es solche Begeisterung für Mode, für Stil, für Schönheit und Qualität noch gibt.