Ein typisches Problem
Doch wieso plötzlich Barfußschuhe? „Ich war selber eigentlich nie Barfußläufer“, gesteht Hundhammer. Doch aufgrund vermehrter Kundennachfrage arbeitete das Unternehmen schnell an einer Idee, Barfußschuhe mit in das Sortiment aufzunehmen. „Wir haben uns lange nach einer geeigneten Sohle umgesehen, da diese entsprechend flexibel sein muss. Schließlich haben wir unseren ersten Barfußschuhe mit portugiesischer Merinowolle, Wolle vom deutschen Pommernschaf und einer Sohle aus 80% Naturkautschuk gelauncht – mit großem Erfolg!“
Die Gründer, die sich ursprünglich sehr am D2C-Geschäft orientierten, wussten, dass ein solches Produkt mit mehr Beratungs-aufwand einhergeht. Heute würden viele Marken Barfußschuhe anbieten, die im Kern jedoch gar keine sind. „Ich kann mir vorstellen, dass sich manche Marken schwertun werden, in dem Segment Fuß zu fassen“, so Hundhammer. „Die Kunden, die sich mit Barfußschuhen beschäftigen, sind gewöhnlich gut informiert und suchen authentische Produkte.“ Deswegen schreibe sich Doghammer Transparenz auf die Fahne und bietet bei Fragen, etwa zur ungewohnten Passform bei erstmaligen Barfußschuh-Käufern, gerne auch digital Hilfe an. Über den eigenen Onlineshop werden die Schuhe ab 120 Euro angeboten.
Wo es jedoch noch Schwierigkeiten gibt, ist das Thema Reparatur. Während es beim Obermaterial nicht zu Problemen kommt, ist es vor allem die Sohle, für die Doghammer noch eine Lösung sucht. „Einen Sneaker oder einen Wanderschuh können wir ohne Probleme neu besohlen. Bei einem Barfußschuh würde eine zweite Klebeschicht zu einer steiferen und unbequemeren Sohle führen, durch die das Barfußgefühl verloren geht.“ Ein Problem, vor dem viele Hersteller stehen.
Ein Balanceakt
Heute machen die Barfußschuhe etwa ein Achtel des Umsatzes aus. Wachsen soll das Segment nun auch mit dem Facheinzelhandel. „Wir arbeiten bereits mit einigen Händlern zusammen.“ Aktuell liege die Balance bei 55% D2C und 45% B2B. Doghammer sei auf der Suche nach weiteren Barfußschuhläden und Geschäften mit besonderem Nachhaltigkeitskonzept. „Über diese Kanäle können wir die Story auch gut transportieren. Und für die beratungsaufwändingen Barfußschuhe ist es ideal – wir schauen uns auch nicht nach großen Onlinern um.“ Ganz auf den D2C-Bereich verzichten werde man jedenfalls nicht, „dafür ist der zu wichtig.“
Von dem gewohnten Sommer/Winter Rhythmus der Ordersaisons hält Hundhammer wenig. „Wenn ein Schuh fertig entwickelt wurde, macht das für mich wenig Sinn, ihn nicht direkt auf den Markt zu bringen.“ Aktuell liefere das Unternehmen aufgrund der hohen Nachfrage die Ware, noch bevor diese wirklich im Lager ankommt. Ab dem Zeitpunkt der Bestellung können jedoch binnen maximal 12 Wochen die neuen Barfußschuhe ausgeliefert werden. Hier zum Partner mit einem stabilen NOS-Angebot zu werden, sei mittelfristig das Ziel – ebenso wie eine Erweiterung des Angebots um Barfußschuhe für Kinder.