Grundlage ist eine Onlinebefragung von 152 Händlern aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Polen und dem Vereinigten Königreich im Juni und Juli 2026.
In der Befragung gab jeder zweite Händler an, seit dem Verkaufsstart auf Temu seine Produktionskapazitäten erhöht oder neues Personal eingestellt zu haben. Jeder dritte befragte Händler aus Europa expandierte mit Temu ins Ausland. Für 75 % ist Temu nach eigenen Angaben entweder ein wichtiger zusätzlicher oder der wichtigste Vertriebskanal. 43 % der befragten Händler waren bereits seit mehr als zehn Jahren am Markt, bevor sie mit dem Verkauf auf Temu begannen. Das Unternehmen sieht darin Wachstumschancen für kleinere Anbieter: „Die Umfrageergebnisse unterstreichen das große Potenzial kleiner Unternehmen in Europa, zu wachsen, wenn sie unkompliziert und kostengünstig neue Kunden erreichen können.“
Neben Reichweite und Expansion untersucht die Befragung auch, warum sich Unternehmen für den Marktplatz entscheiden. 38 % der Teilnehmer nannten die einfach zu bedienende Verkäuferplattform als wichtigen Faktor, 35 % verwiesen auf die Kostenstruktur. Besonders häufig wurde die persönliche Betreuung genannt: Mehr als 65 % der Befragten gaben an, die Unterstützung durch feste Ansprechpartner zu schätzen.
Temu verweist in diesem Zusammenhang auch auf einen verstärkten Austausch mit der Branche. Im ersten Halbjahr 2026 hätten Verantwortliche mehr als 100 Hintergrundgespräche mit Branchenverbänden, Handelsorganisationen und weiteren Stakeholdern in Europa geführt. Als wiederkehrende Herausforderungen kleiner Unternehmen beim Aufbau eines Online-Geschäfts nennt die Mitteilung unter anderem die Komplexität des E-Commerce, Kosten für Software und Logistik sowie fehlende Unterstützung beim Einstieg auf neue Plattformen.
Der Report führt mehrere Händlerbeispiele an. Das spanische Ersatzteilunternehmen Recamania beispielsweise eröffnete seinen Temu-Shop im März 2025 und habe später rund 4.000 Bestellungen pro Monat erreicht. Daraufhin seien Lager- und Verwaltungsteams erweitert worden. Der britische Händler Money Cruncher habe seit seinem Start Anfang 2025 mehr als eine Million Bestellungen über Temu abgewickelt und in den vergangenen 18 Monaten mehr als 20 zusätzliche Stellen im Lager geschaffen.
Temu ermöglicht lokalen Unternehmen in Europa seit 2024 den Verkauf über die Plattform. Das Local Seller Program stehe inzwischen Händlern in mehr als 35 Märkten offen. Seit Anfang 2026 können Verkäufer aus mehreren EU-Ländern zudem über den Binnenmarkt hinaus unter anderem in das Vereinigte Königreich, nach Island und in die Schweiz verkaufen. Weitere grenzüberschreitende Märkte sollen folgen.