„Wenn kein Bedarf vorhanden ist, müssen Innovationen her“
Stimmen und Themen von der Expo Riva Schuh
- 16.06.2026
- Christopher Mastalerz, Petra Steinke
- 2 Minuten
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Headerfoto: Expo Riva Schuh, Juni 2026 (Foto: Jacopo Salvi)
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Mitte Juni 2026. Die Abverkaufsquoten über alles liegen bei 40 Prozent. Bei Damenschuhen sieht es noch schlimmer aus – von offener Ware mit teils nicht mal 20 Prozent ganz zu schweigen. Die Läger sind so gut gefüllt, dass selbst Postenware wenig Nachfrage erfährt. Und wenn es richtig schlecht läuft, steht am Ende der Saison ein zweistelliges Minus unter dem Strich. Das ist eine Ausgangslage, die man wohl als düster bezeichnen kann. Entsprechend startete die Branche mit gemischten Gefühlen in die Orderrunde. Wenn Gerswind Majowski von Majo Schuhe davon spricht, dass das Vorjahresergebnis in Reichweite ist, erscheint sie damit fast wie ein positiver Ausreißer: „Wir hoffen, dass wir eine gute nächste Woche bekommen, wenn das Wetter stimmt. Wenn das gelingt, liegen wir ungefähr pari zum Vorjahr.“
„Besser als erwartet“ sei die Stimmung, hieß es zum Messestart bei Supremo. Allerdings erklärte Geschäftsführer Walter „Wawi“ Weichhart, sei es angesichts des herausfordernden Saisonverlaufs schwierig, eine genaue Richtung zu erkennen. Weniger Frequenz als üblich hat Nadja Molnar von Lotto wahrgenommen: „Die Situation für den Handel ist schwierig. Wir merken, dass weniger in der Vororder eingekauft wird und mehr auf die Nachorder geschoben wird. In den Großkundenterminen, die wir diese Saison bereits hatten, war die Stimmung jedoch grundsätzlich gut.“ Wohl aber stelle man ein gestiegenes Interesse an Neuheiten fest. Die Herausforderungen zu Hause lassen und nach vorne schauen, das schien Handel und Einkäufer am Gardasee zu bewegen: „Wir wollen nicht über die schlechte Stimmung sprechen“, stellte eine Einkäuferin, die namentlich nicht genannt werden möchte, klar: „Wir kommen hierher, um uns inspirieren zu lassen.“
„Die Stimmung ist besser als erwartet. Wir starten mit vielen Neuheiten in unseren Kollektionen in die Saison.“
Walter „Wawi“ Weichhart|Supremo
Benjamin Steckermeier, Hans-Jörg Siegers, Andreas Steckermeier, Esgano (Foto: Redaktion)
An Tag zwei äußerten sich Andreas Steckermeier und Hans-Jörg Siegers (Esgano) positiv über den Messeverlauf und freuten sich über gute Gespräche. Esgano bedient mit seinen Produkten Preislagen der Mitte, die laut Steckermeier derzeit gut nachgefragt werden, denn die Verbraucher reagieren sensibel auf Preise. „Ich verstehe, dass sich der Handel höhere Durchschnittspreise wünscht. Aber der Endverbraucher macht das aktuell nicht mit“, so der Esgano-Geschäftsführer. Das Thema Preise wurde in vielen Gesprächen auf der Messe diskutiert. Preissteigerungen, über die einige Saisons lang intensiv gesprochen wurde, sind weitestgehend vom Tisch. Viele Industrieunternehmen betonen, dass sie die Preise stabil halten wollen – und dafür teilweise auf eigene Marge verzichten. Das würde man sich anders wünschen, aber der Markt lässt es, so der Tenor, nicht zu. „Das, was wir gerne hätten und das, was der Verbraucher will, sind zwei verschiedene Paar Schuhe“, so ein Lieferant. Michael Heißenberg will mit S.Oliver die aktuellen Preislagen beibehalten, jedoch weitere oberhalb ergänzen: „Wir bleiben bei unseren Einstiegspreisen rund um 49 Euro für Sneaker im Sommer. Wir bekommen aus dem Handel aber den Wunsch mit, die Preislagen oben anzubauen. Wir wollen dagegen steuern, dass die Durchschnittspreise sinken, ohne unsere Einstiegspreislage dabei aufzugeben.“ Giovanni Lacatena (Wortmann) wünscht sich, dass Branchenakteure weniger zurück und vielmehr nach vorne schauen. „Ja, der Mai war schlecht. Aber wir sollten auf die Perspektiven blicken und überlegen, was man tun kann, um die Situation zu verbessern.“ Stichworte seien hier beispielsweise Logistik und EDI. Aber dazu später mehr.
Paul und Marcus Wilke, Schuhhaus Heinmann (Foto: Redaktion)
Im Vorfeld der Messe hatten Händler auch gegenüber schuhkurier signalisiert, den Ton gegenüber Lieferanten verschärfen zu wollen: Keine frühen Orders ohne zusätzliche Rabatte, Nachlieferfähigkeit, ernsthafte Partnerschaft – das sind nur einige der Forderungen aus dem Handel. Vielfach ist zu hören, dass Sortimente überdacht und gestrafft werden. Zum Beispiel bei Paul Wilke, Schuhhändler aus Knüllwald/Oberbeisheim. „Wir haben ein sehr breites Markenportfolio von über 100 Marken. Es muss weiter eine Auswahl gegeben sein, aber wir müssen uns wirklich hinterfragen, welche Fabrikate wir weiterführen wollen. Auch bei langjährigen Partnern. Man muss Lieferanten auslisten, um die wirklich gut laufenden Marken zu stärken und Platz für Neues zu schaffen. Für uns ist es natürlich vorteilhaft, die Order später im Verlauf der Orderrunde platzieren zu können. Aber eine frühe Order ist auch kein K.-o.-Kriterium, wenn es dafür auch entsprechende Angebote für den Handel gibt.“ Dafür sei der Dialog zwischen Industrie und Handel wichtig, ergänzt Vater Marcus Wilke: „Wir sind mit positiven Erwartungen nach Riva gefahren. Das Wichtigste hier ist für uns der Austausch. Denn diejenigen, die hierherkommen, sind auch die, die gut drauf sind und etwas bewegen wollen.“
„Wir müssen die Zusammenarbeit mit den aktuellen Kunden stärken.“
Josef Renner|Richter
Axel Schöll, Schuhhaus Schöll (Foto: Redaktion)
Axel Schöll, Schuhhändler aus Schweinfurt, will „alles auslisten, was Ende Juni keine 45 Prozent Abverkaufsquote erreicht hat“. Zwar würden die meisten seiner rund 15 Lieferanten diese Hürde nehmen – „aber ich gehe davon aus, dass ich mich von vier bis fünf Fabrikaten trennen werde“, so Schöll. Zugleich werde er die Vororder reduzieren und später Aufträge platzieren – und dann bei Herstellern, „wo ich gut nachordern kann.“ Der Handel dürfe sich nicht „mit einer Riesen-Vororder vollballern und dann schauen, was gut geht.“ Beim Sortiment will Schöll auf Überraschungseffekte setzen. Zum einen dadurch, dass er inzwischen einen nicht unerheblichen Anteil an Textilien und weiteren Produkten im Angebot hat. Und zum anderen durch besondere Schuhe. Marc Majowski stellt fest, dass beim Filialisten Majo Schuhe ein zu breites Markenportfolio angewachsen ist: „Wir sind aktuell etwas zu breit aufgestellt, da müssen wir auch selbstkritisch sein. Wir müssen reduzieren, auch wenn es um Leidenschaftsthemen geht. Denn wir sehen auch einige Themen, die herausstechen und die wir vertiefen müssen.“ Josef Renner (Richter) will vor allem die Partnerschaft mit bestehenden Händlern vertiefen, da Neukundenakquise umso schwerer sei: „Es hat schon beim Einkauf im Winter angefangen, dass der Handel zurückhaltender wird. Es ist sehr schwer, Kunden zurückzugewinnen, die einen einmal ausgelistet haben. Wir müssen umso mehr die Zusammenarbeit mit den aktuellen Händlern stärken. Man muss noch mehr tun, viel hängt von persönlichem Kontakt und davon ab, die Händler häufiger zu besuchen und eng im Kontakt zu bleiben.“
Stefan Böing will mit der Marke Relife davon profitieren, dass der Handel sein Markenportfolio analytisch hinterfragt und neue Marken bei entsprechenden Kennzahlen den Vorzug erhalten können: „Wir sind bei einigen Händlern gut platziert, aber es muss auch der Funke herüberspringen. Doch wir merken, dass sich der Handel auch fragen muss, bei welchen Lieferanten die Kennzahlen stimmen. Da sehen wir uns als Alternative. Wir können aktuell sehr zufrieden damit sein, wo wir als neue Marke nach wenigen Saisons in diesem schwierigen Umfeld bereits stehen.“ Christian Kühn und Frank Lüttig (Ara) nehmen wahr, dass der Handel „etwas zahlengetriebener“ agiere. Es sei aber auch wichtig, dass Händler die Leistungen, die Lieferanten zu bieten haben, abrufen und nutzen. „Die Gerüchteküche ist das schnellste Tool in der Branche“, so Christian Kühn. „Wenn Nachbestellungen ebenso intensiv genutzt würden, hätten wir in der Branche weniger Probleme.“ Dem pflichtet ein anderer Lieferant bei, der seinen Namen nicht in schuhkurier lesen will: „Stichwort Nachbestellungen: Das Thema Elvis muss man dem Handel regelrecht hinterhertragen. Da würden wir uns mehr Engagement wünschen.“ Ein Unternehmenschef, der ebenfalls nicht genannt werden möchte, bringt das so auf den Punkt: „Der deutsche Schuhhandel verbringt 60 Prozent der Zeit mit dem Einkauf, statt sie mit dem Verkauf zu verbringen. Es müsste deutlich datengetriebener gearbeitet werden.“
„Mir ist das im Handel aktuell ein bisschen zu laut“, sagte ein Händler, der anonym bleiben möchte. „Jeder sollte sein eigenes Sortiment bilden und nicht immer nur danach schauen, was die anderen machen.“ Dann hätte man mehr Vielfalt im Handel – und wohl auch mehr Interesse bei den Verbrauchern.
Hersteller berichten angesichts der herausfordernden Lage jedoch von besseren und intensiveren Gesprächen mit dem Handel. „Es finden tiefere Gespräche statt und wir sehen, dass gezielt nach Partnerschaft gesucht wird“, sagt Andreas Wortmann, CEO Astormueller.
Stefan Frank, Christian Burmeister, Peter Kaiser und Caprice (Foto: Redaktion)
Das Pirmasenser Unternehmen Supremo (Tom Tailor, Mustang, Romika, Kappa) ist laut Walter „Wawi“ Weichhart mit leicht verkleinerten und differenzierten Kollektionen in die Saison gestartet. Auch habe man großen Wert auf mehr Neuentwicklungen gelegt. Das wurde von Einkäuferinnen am Messestand gleich positiv bewertet. Über Zuspruch freut sich auch Stefan Frank (Peter Kaiser): zum einen für die Damenschuh-Kollektion, aber auch auf die neuen Herrenschuhe, die das Team von Caprice auf den Markt gebracht hat. „Offensichtlich gibt es Bedarf an klassischen Herrenschuhen in Preislagen um die 150 Euro“, so Stefan Frank. Die stärkste Gruppe seien Business-Schuhe, man wolle mit dem neuen Angebot aber alle Segmente abdecken. Darum sind unter anderem auch Loafer-Varianten entwickelt worden. Bei Caprice nehme man ebenfalls ein sehr positives Feedback aus dem Handel wahr, so Stefan Frank. „Die Preislagen stimmen, die Marge ist gut. Wir geben dem Handel die Möglichkeit, mit diesen Schuhen Geld zu verdienen“, so Frank. Gerade in Zeiten, in denen Sortimente gestrafft und Lieferanten auf den Prüfstand kommen, sei das ein positives Element.
Anne Teutsch-Mohr, Eva-Maria Müller-Mohr, Violetta Eichner, Jomos (Foto: Redaktion)
Bei Jomos will man weiterhin mit „made in Germany“ und guter Qualität bei konsumigen Preislagen bleiben. Anne Teutsch-Mohr erklärt: „Unter den neuen Modellen ist die Gruppe New Natural mit K-Weiten und weichen Materialien für 99 Euro im Damenbereich die stärkste. Es wird vor allem darauf geachtet, dass es ein verkäuflicher Preis ist und dass trotzdem viel drinsteckt.“ Marco Tozzi setzt auf neue Styles und Angebote für den Handel: „Wir gehen mit attraktiven Margen raus, wir haben keine Preissteigerungen vorgenommen, bieten aber bessere Kalkulationen“, sagt Christian Böhm. Wortmann-CEO Jens Beining erklärt, insgesamt habe das Unternehmen die Preise weitgehend stabil gehalten – „trotz immenser Herausforderungen“. So sei es möglich gewesen, die Marge für den Handel zum Teil nochmals zu verbessern. Allerdings, so Beining, seien Abschriften im Handel immer noch ein großes Problem.
„Der Handel freut sich über Produkte, die etwas können und das richtige Preis-Leistungs-Verhältnis haben.“
Ralf Grossmann|Gerli
Ralf Grossmann (Gerli) freut sich über guten Zuspruch für die Dockers by Gerli- und die Camel Active-Kollektion. Mit letzterer Marke habe man Marktanteile gewonnen, „denn der Handel freut sich über Produkte, die etwas können und das richtige Preis-Leistungs-Verhältnis haben“. Und auch Dockers sei eine „gute Marke für den Handel, mit der man Geld verdienen kann“.
Dass der Handel seine Orders näher an den Bedarf rücken will, kann Michael Denger (Remonte) nachvollziehen: „Wir gliedern unsere Kollektionen klar nach dem Saisonverlauf. Hier am Gardasee steht nur Ware für den Saisonstart.“ Remonte habe nochmals stärker in Details investiert. „Man braucht Schuhe, die so gut gemacht sind, dass die Verbraucherin sie einfach haben will“, so Denger.
Ara zeigte am Gardasee einen Teil der neuen Kollektion, und zwar nicht in erster Linie, um diese Schuhe auf der Messe zu verkaufen, sondern, um dem Handel einen Überblick zu geben. Es brauche mehr Inspiration im Markt, erklärte Christian Kühn.
Für seine Marken Bugatti und TT Bagatt hat Astormueller bereits in der vergangenen Saison eine stärkere Differenzierung umgesetzt und diese für F/S 2027 weiterentwickelt. Präsentiert wurden im Hotel Du Lac die Pre-Kollektion von Bugatti für Damen sowie die Hauptkollektion von TT Bagatt. Bugatti-Damenschuhe sind überwiegend aus Lederalternativen gearbeitet und bewegen sich in Preislagen von 29 Euro (Pantoletten) bis hin zu 59 Euro (Sneaker). TT Bagatt liegt preislich darüber mit 59 Euro für Sandalen und bis zu 89 Euro für Sneaker. Hier sind 80 Prozent der Schuhe aus Leder gefertigt. Nicht am Gardasee gezeigt wurde die Salamander-Kollektion (Preislagen von 99 bis ca. 130 Euro).
Richter hat die im Winter stark gestraffte Kollektion (von rund 400 Modellen auf rund 150 Modelle) wieder leicht vergrößert, um Platz für Neuheiten zu bieten, „wobei die Kollektion immer noch wesentlich kompakter ist als noch früher“, stellt Josef Renner fest.
„Wenn kein Bedarf vorhanden ist, müssen Innovationen her."
Jens Beining|Wortmann
Es wird angezogener – das war beim Blick über die Kollektionen sofort sichtbar. Vor allem die Damenschuhkollektionen überzeugen mit einer neuen Vielfalt. Das ist eine Reaktion auf das Verbraucherinnenverhalten. „Die Frauen haben deutlich mehr Interesse an klassischeren oder eleganteren Schuhen“, erklärte eine Einkäuferin, „und vor allem muss es etwas Neues sein.“ Sprich: Bootsschuh-Varianten, Loafer, Mokassins oder Slings. Und wenn Sneaker, dann in neuen, schlanken Formen. „Bei uns laufen aktuell Retro-Runner und Mokassins sehr gut“, sagt beispielsweise Paul Wilke, Schuhhaus Heinmüller. Achim Tischer (Astormueller) beobachtet die Entwicklung ebenso, sieht aber auch Low-Pro-Styles im Sneakerbereich als erfolgreichen Style. „Retro-Runner liegen im Trend und verkaufen sich auch bei uns am besten“, sagt Nadja Molnar (Lotto): „Gut bewertet werden auch Schuhe mit Plateau-Sohlen oder etwas flacheren Terrace-Sohlen.“
Stefanie Maaß, Surf4Shoes (Foto: Redaktion)
Schuhe mit der Easy-Fit-Technologie zum Reinschlüpfen sind bei Lotto ein reines Damen-Thema, werden aber regelmäßig mit neuen Varianten frisch gehalten. Auch beim Sportschuh-Lieferanten bemerken die Designer, dass die Nachfrage angezogener wird und trauen sich vorsichtig daran: „In unserer Barfußschuh-Linie testen wir ein angezogeneres Modell mit geschlossenem Material und gedeckten Farben.“ Gerswind Majowski freut sich über die Entwicklung: „Die Frau, die in den vergangenen Jahren nur Sneaker gekauft hat, kauft sich jetzt zum Beispiel auch Ballerinen oder Mokassins, vor allem in spitz zulaufend. Der weiße Sneaker verliert hingegen.“ Bei Tamaris wurden angesichts der veränderten Nachfrage viele neue Trendthemen für F/S 2027 entwickelt: „Ein wichtiges Thema ist Raffia auf Kitten Heels, dass wir dieses Jahr in mehr Farben und Leo als Weiterentwicklung vorstellen“, sagt Cedric Stock (Tamaris). „Als wir vor zwei Jahren damit gestartet sind, galt es als rein südeuropäischer Style, aber es hat auch in Mitteleuropa funktioniert. Halbschuhtypen wie Mokassins und Bootsschuhe sind das zentrale Thema und haben Anteile hinzugewonnen, jetzt gesellt sich der Wallabee dazu. Letztes Jahr waren diese Typen meist noch clean, die neuen Modelle haben Deko-Elemente wie Falten, Fransen und Tasseln oder Perlen und Schmucksteine. Im Sneaker-Bereich ist der Retro-Sneaker weiter am stärksten. Low-Pro-Sohlen sind modisch relevant, werden aber kommerziell unterschiedlich bewertet.“ Auch im Online-Handel verändert sich die Nachfrage, wie Stefanie Maaß, Head of Buying beim Online-Händler Surf4Shoes, beschreibt: „In den letzten drei Monaten hatten wir vor allem Nachfrage nach modischen Neuheiten. Sneaker wurden weniger verkauft, sondern eher Bootsschuhe und Ballerinen. Das sind auch die Schuhe, nach denen wir uns hier vor allem umschauen. Der Sneaker wächst mit den Marken, die wir verkaufen, nicht mehr so stark. Es gibt mehr Potenzial mit anderen Schuhtypen.“
Anette Tiefel, Christine Jeschek, Muecke (Foto: Redaktion)
Hinsichtlich der Materialien hat sich einiges getan – seien es Macramé, hairy Suede, transparente Einsätze, Spitze, Raffia, Flechtungen, Lasercuts oder bunt bedruckte Sohlen. Auf die Modebühne zurück kommt Canvas. Wedges, dezente Plateausohlen und Kitten Heels sorgen für neue, feminine Looks.
Bei den Farben ist die befürchtete Dominanz der Beige- und Brauntöne ausgeblieben. Zwar sind die Naturtöne in vielen Kollektionen zu sehen, sie nehmen aber – mit wenigen Ausnahmen – keinen großen Raum ein. Als Alternative zu Braun bietet sich als Naturton ein an Matcha erinnerndes Grün an. Zudem werden Pastelle von Bleu über Mint bis hin zu Vanillegelb und Rosé, auch in stimmigen Farbkombinationen, präsentiert, daneben Metallics und auch leuchtende Farben wie Mittelblau, Rot und Pink.
Nina, Philipp und Conny Peppel, Schuhhaus Peppel (Foto: Redaktion)
Conny Peppel, Schuhhändlerin aus Erlangen, will zwar insgesamt die Orders zurückfahren, setzt aber auch auf mehr Vielfalt für das Sortiment, gerade auch durch femininere Modelle. Anette Tiefel (Muecke) sagt: „Ich suche Frisches und Neues“, etwa Ballerinas aus neuen Materialien oder spannende Slipper. Jens Beining, CEO Wortmann, hält die deutlich steigende Nachfrage nach neuen Styles für logisch und notwendig: „Wenn kein Bedarf vorhanden ist, müssen Innovationen her.“
Eine Bildergalerie mit ersten Trendthemen von der Expo Riva Schuh finden Sie hier.