Nach einem Testlauf wurde dem deutschen Handel in dieser H/W-Orderrunde die erste vollwertige Aliás-Kollektion präsentiert. Die Marke wurde von Vater Amílcar und Sohn João Monteiro ins Leben gerufen. Amílcar Monteiro war einer der Gründer des portugiesischen Schuhherstellers Kyaia (Asportuguesas, Softinos, Fly London), bei dem beide viele Jahre lang aktiv waren. Nun wollen sie mit ihrer Branchenerfahrung ein neues Projekt verwirklichen. Ihr Ziel: Barfußschuhe entwerfen, die nicht danach aussehen.
Natürlich und modisch
Die Schuhe sollen sich durch Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und lokale Produktion auszeichnen. Auch die Barfußschuh typischen Elemente – die Nullzehensprengung, die flexible Sohle und die weite Zehenbox – werden unter dem Gesichtspunkt der Natürlichkeit vermarktet. Der Fuß bewegt sich, wie von der Natur vorgesehen, so das Versprechen. Aliás-Schuhe werden in der Nähe von Porto bei laut Hersteller lokalem Sourcing in Portugal hergestellt. In den Schuhen verarbeitet werden Kork und recyceltes Gummi für die Sohle, Merinowolle für das Innenfutter und Burelwolle oder Bio-Suede- und -Glattleder für das Obermaterial.
Das Ziel ist es, dass sich die Schuhe durch ihren Modegrad auszeichnen und nicht so aussehen, wie sich viele zurzeit Barfußschuhe vorstellen, erklärt Markengründer João Monteiro: „Einer der interessantesten Aspekte unseres Designs ist, dass die Leute oft überrascht sind, wenn sie erfahren, dass unsere Schuhe Barfußschuhe sind.“ Die Sohle wirke optisch dicker, ist tatsächlich aber nur 3 mm hoch. Die Kollektion reicht von Wallabees über Booties bis zu Sneakern, Hauptsache, die goldene Regel der Monteiros – „Keine Langeweile“ – wird eingehalten. Deswegen experimentieren sie viel mit Farbe. Der Großteil der Kollektion ist in naturbelassener Ästhetik gehalten, aber auch ein leuchtstarkes Gelb oder Türkis sind vertreten. Aliás soll sich durch eine Stoßrichtung auszeichnen, aber nicht zu festgefahren sein, um sich noch an die Nachfrage des Marktes anpassen zu können. „Zum Beispiel ist unser Top-Style für den nächsten Herbst/Winter ein sportlicher Sneaker – was uns überrascht hat“, beschreibt João Monteiro. Ob sich die Marke mehr in eine sportliche Richtung oder in eine elegantere Casual-Ästhetik bewegt, das lässt man sich bei Aliás offen. Die Styles sind bewusst unisex gestaltet, es ist dem Hersteller jedoch wichtig, angepasste Leisten für Damen (36-42) und Herren (40-46) anzubieten.
Deutschland wichtig, Nordamerika als Ziel
In Deutschland hätten bislang vor allem Barfußschuh-Spezialisten zugeschlagen. Langfristig erhofft sich der Hersteller, mit dem modischen Anspruch auch bei Vollsortimentern und Boutiquen an Attraktivität zu gewinnen. Trotzdem ist Deutschland der wichtigste Markt. Außerdem beobachten die Verantwortlichen eine starke Entwicklung in Spanien, wo das Thema Barfußschuhe bereits gut etabliert sei. Mittelfristig geht der Blick nach Nordamerika, wohin Aliás mit Hilfe von lokalen Partnern expandieren will. Es sei ein Markt, dessen Erschließung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Deswegen sei es umso wichtiger, früh anzufangen. Sowohl was die Märkte als auch die Mode angeht, gilt für João Monteiro mit Blick auf die Zukunft der Marke: „Da Barfußschuhe für uns neu sind, beobachten wir die Trends genau und analysieren die Ergebnisse unserer ersten Kollektionen. Diese Erkenntnisse werden entscheidend dafür sein, was ein Aliás-Barfußschuh letztendlich werden wird.“