Das Amtsgericht Essen hat Rechtsanwalt Dr. Marc d’Avoine von der Kanzlei ATN d’Avoine Teubler Neu zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt und Sicherungsmaßnahmen angeordnet, teilt die Kanzlei mit. Die 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie wesentliche Gläubiger sind informiert.
„Ich danke an dieser Stelle ausdrücklich den langjährigen Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und allen anderen Beteiligten für ihre Unterstützung, Treue und ihr Verständnis in dieser schwierigen Zeit“, sagt der Geschäftsführende Gesellschafter Gerd Brecklinghaus. Geschäftsführung und vorläufiger Verwalter betonen, dass der laufende Geschäftsbetrieb in allen Filialen normal weiterläuft.
Der Insolvenzantrag sei aufgrund einer Vielzahl von Herausforderungen, denen das Unternehmen in den letzten Jahren gegenüberstand, notwendig geworden, erläutert der vorläufige Insolvenzverwalter. Dazu gehören die Corona-Krise, monatelange Schließungen und Beschränkungen, die stark zunehmende Konkurrenz durch den Onlinehandel, Rückzug von Lieferanten durch Schaffung eigener Absatzkanäle, allgemeine Standortprobleme sowie globale Unsicherheiten. Diese Faktoren hätten zu einem erschwerten Geschäftsumfeld im Einzelhandel geführt. Zusätzlich zu diesen externen Faktoren habe Brecklinghaus mit einer Kostensteigerung in allen Bereichen und der Inflation gekämpft. Sie erhöhten die betrieblichen Ausgaben und beeinträchtigten die Rentabilität des Unternehmens. Der allgemeine Rückgang im Konsumverhalten habe zu einem weiteren Druck auf die Umsätze des Unternehmens geführt. Speziell das Haupthaus an der Viehofer Straße befindet sich an einem für hochwertige Lederwaren schwierigen Standort.
Das Familienunternehmen Brecklinghaus wurde 1907 in Essen gegründet. Über die Jahre wurden neben dem traditionellen Hauptsitz in der nördlichen Essener Innenstadt weitere Filialen in Essen-Rüttenscheid, im Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim und am Düsseldorfer Flughafen eröffnet.
Gerd Brecklinghaus führt das Traditionsunternehmen in dritter Generation. Sein Vater Eberhard Brecklinghaus hatte im Jahr 1960 zusammen mit weiteren Lederwarenfachhändlern die Arbeitsgemeinschaft Lederwaren (AGL) – Lederring GmbH, Main gegründet. Im Jahr 1964 entwickelten sie das Warenzeichen Assima. Der Name steht für Association International de la Maroquinerie. Als klassische Verbundgruppe wurde dann 1993 die Assima Verbund GmbH & Co. KG mit Sitz in Essen gegründet.
Ein ausführlicher Bericht folgt in der kommenden Ausgabe von Lederwaren Report.