Der Umsatz mit Schuhen ist laut Hochrechnungen des BTE Handelsverbands Textil Schuhe Lederwaren um 0,8% bzw. 90 Mio. Euro auf 11,62 Mrd. Euro (inkl. Mehrwertsteuer) gesunken. Besonders betroffen ist den Hochrechnungen zufolge der stationäre Schuhfachhandel mit Einbußen in Höhe von 100 Mio. Euro bzw. -1,5%. Der Online-Handel konnte hingegen um 20 Mio. Euro bzw. 0,7% wachsen. Für 2025 rechnet nach einer Umfrage des Handelsverbands ein Viertel der Schuhhändler mit einem nennenswerten Umsatzplus von mindestens 1%. Ein weiteres Viertel erwartet einen stagnierenden Umsatz, rund 45% prognostizieren ein Minus von 1% oder mehr. Eine positive Kennzahl: Im Jahr 2024 wurden weniger Geschäfte geschlossen als im Vorjahr. Der BTE schätzt die Gesamtzahl der stationären Schuhhandelsunternehmen in Deutschland auf 2.550 und die Anzahl der Geschäfte auf 8.700.
Auf der Messe Shoes Düsseldorf begründet BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels die negative Entwicklung: „Trotz Lohnsteigerungen haben die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund weiterhin gestiegener Kosten für Wohnen, Gesundheit und Mobilität immer weniger Geld im Portemonnaie. Aber auch die geopolitischen Krisen und die damit verbundene allgemeine Unsicherheit über die eigene wirtschaftliche Zukunft machen wenig Lust auf den Schuhkauf.“ Von der kommenden Regierung nach der Bundestagswahl am 23. Februar fordert er: „Die Politik muss die Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher reduzieren, damit der Konsummotor auch für den Schuhhandel wieder anspringt. Die Steuerlast der Bürgerinnen und Bürger muss auf allen Ebenen, z.B. bei der Einkommens- und Stromsteuer sowie auch bei den Sozialversicherungsbeiträgen, gesenkt werden, damit sie mehr Spielraum für den privaten Verbrauch bekommen. Gleiches gilt für die Kostenbelastung der Unternehmen.“ Außerdem würden sich die Rahmenbedingungen negativ auf die Schuhhandelsbranche auswirken: „Die Flut an bürokratischen Vorschriften stranguliert unsere Branche förmlich und lähmt die Unternehmensentwicklung im nicht mehr ertragbaren Maße.“ Der BTE fordert daher einen massiven Abbau der Bürokratievorschriften, zum Beispiel im Rahmen des Arbeitsrechts, des Datenschutzes, des Brandschutzes, bei Aufbewahrungspflichten für Dokumente und Buchungsbelege und der Schriftformerfordernis von Dokumenten.
Ein weiteres Problem sei die mangelnde Attraktivität der Innenstädte. Hier fordert der BTE die Planungspolitik auf, eine problemlose Erreichbarkeit für alle Verkehrsmittel, Sicherheit und Sauberkeit, eine attraktive bauliche Gestaltung und einen attraktiven Mix aus kleinen und großen Geschäften zu gewährleisten.