Rund 40 Teilnehmer besuchten die Veranstaltung, die neben einer informativen Führung durch das FILK mit spannenden Vorträgen rund um die Themen Nachhaltigkeit, CSR und gefährliche Stoffe in Leder bzw. Schuhen aufwartete. ’Was Verbraucher wollen‘, zeigte Petra Dillemuth von der GfK Nürnberg auf. Die Marktforscherin stellt fest, dass die Fülle verschiedenster Labels für den Verbraucher einerseits kaum zu überblicken sei, der Umsatzanteil von Ökolabels andererseits derzeit bei unter 5% liege. „Die Lücke zwischen Anspruch und tastsächlichen Käufen ist beachtlich“, so Dillemuth, „aber die Bedeutung von Qualität wächst.“ Sie zeigte den Teilnehmern Wege auf, den Wünschen der Verbraucher noch besser gerecht zu werden.
In seinem Referat ’Was ist dran an CSR? – Notwendige Risikobegrenzung für international beschaffende Unternehmen‘, setzte sich H.-Peter Werminghaus vom BTI Mönchengladbach mit den verschiedenen und sehr umfangreichen Facetten von CSR auseinander. Sein Rat: Konkrete Ziele und glaubwürdige Maßnahmen machten die kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeitsaspekte und Managementabläufe nicht nur plan- und überprüfbar, sondern seien ein wichtiger Prozess der Risikoreduzierung.
Über die Inhalte von ’CPI2‘ – einer Brancheninitiative des Schuh- und Textilhandels zur Qualifikation von Lieferanten im Umgang mit Chemikalien, Wasser und Energie berichtete Norbert Jungmichel von der Systain Consulting Hamburg. Die ’Carbon Performance Improvement Initiative‘, zu der aktuell rund 20 bedeutende Handelsunternehmen gehören, hat sich zum Ziel gesetzt in den weltweit verzweigten Lieferketten für einen verbesserten Know-how Transfer zu sorgen und z.B. Energiekosten zu senken, so Jungmichel.
Auch in der täglichen Praxis der Rechtsberatung von Unternehmen der Schuh- und Lederwarenindustrie spielt Chrom VI eine zunehmend größere Rolle, stellt Rechtsanwalt Dr. Carsten Schucht von der Wirtschaftskanzlei Noerr LLP aus München fest. Gelinge der Nachweis von Chrom VI durch behördliche Tests, stünden nicht nur RAPEX und scharfe Schwerter wie Rückruf oder Rücknahme von Artikeln auf der Agenda der Marktüberwachungsbehörden. Vermehrt führe der Nachweis darüber hinaus zu strafrechtlichen Konsequenzen, zeigte der Jurist anhand von aktuellen Beispielen auf.
Zum Abschluss der Mitgliederversammlung gab Heiko Schrimpf von der BG ETEM einen Einblick in ’Herstellungsbedingte Gefahrstoffe im Schuh‘ und welche (Berufs-) Krankheiten durch den Kontakt entstehen könnten. „Genau diese Themen stehen im Fokus der Cooperation CADS, die durch ihr weltweites Engagement bei der Vermeidung von Schadstoffen in der gesamten Branche und darüber hinaus als Vorreiter vorangeht“, stellt DSI Geschäftsführer Manfred Junkert heraus. Den zahlreich erschienenen CADS Mitgliedern, darunter acht neue Unternehmen, überreichte der CADS Vorsitzende Michael Tackenberg in Freiberg eine Neuauflage der RSL (Restricted Substances List). „Die RSL wird den Unternehmen als wertvolle Unterstützung bei der schadstofffreien Produktion dienlich sein“, ist Tackenberg überzeugt. Den CADS Arbeitsgruppen, die neben ihrer kontinuierlichen Forschung maßgeblich zur Erstellung der RSL beigetragen haben, dankte der Vorsitzende für die hervorragende Arbeit.