Das ist in den zurückliegenden Monaten bei Schuhe24 passiert: Zum Mai hatte die Plattform die Zahlungsrhythmen und Konditionen für die teilnehmenden Händler angepasst. Das umfasste eine einheitliche Verkaufsprovision in Höhe von 23%. Ebenso ging mit der Veränderung eine Erhöhung der Auslandsversandkosten einher. Gewinne von Verkäufen über der UVP sollten zudem im Zuge der Umstellung von Schuhe24 einbehalten werden. Als Auszahlungszeitpunkt wurde das Ende des nachfolgenden Monats festgelegt – statt wie zuvor die Mitte des nachfolgenden Monats. Ziel der Umstellung war laut dem Unternehmen eine Vereinfachung der Prozesse. Seit dieser Umstellung kam es bei den Händlern zu Verzögerungen von Auszahlungen über den angekündigten neuen Zahlungszeitpunkt hinaus. Gegenüber schuhkurier gaben mehrere Unternehmen an, Zahlungen für den April erst in der zweiten Juni-Woche erhalten zu haben. Beklagt wurde durch Händlerinnen und Händler eine unzureichende Kommunikation seitens Schuhe24.
Anfang Juni teilte Schuhe24 in einem Rundschreiben mit, dass Teile der Systemumstellung wie die einheitliche Verkaufsprovision zurückgenommen würden. Es blieb aber bei der Einbehaltung der Über-UVP-Provision sowie beim neuen Zahlungsrhythmus. Weiterhin berichteten Händler in der Folge gegenüber schuhkurier von Verzögerungen bei den Auszahlungen und gaben an, Zahlungen für den Mai – die nach dem neuen System Ende Juni hätten eintreffen müssen – nicht rechtzeitig erhalten zu haben. Als Konsequenz nahmen Händler laut schuhkurier vorliegenden Informationen ihr Sortiment oder Teile dessen zumindest vorübergehend von der Plattform.
Auch bei den Juni-Auszahlungen gab es nach Angaben von Händlern Verzögerungen. Mehrere Unternehmen berichten davon, ihr Geld, das bis Ende Juli hätte ausgezahlt werden müssen, auch Mitte August noch nicht erhalten zu haben. In einem Newsletter, der Anfang August an Händler verschickt wurde, teilte das Schuhe24-Mutterunternehmen The Platform Group mit, dass Zahlungen aus dem Juni bis Mitte des Monats August als automatische Überweisung erfolgen sollten. „Damit wäre der Monat Juni 2023 soweit erledigt“, heißt es in dem Newsletter. „Für die Auszahlung der Juli 2023-Verkäufe wird dies ebenso dann automatisch erfolgen per Anfang September (die Zahlung erfolgt ja immer zum Monatswechsel des Folgemonats).“
Weiterhin verweist das Unternehmen in diesem Newsletter auf die AGB: „Jeder Händler ist automatisch auf Status gekündigt, wenn er Artikel weitgehend oder ganz offline nimmt. In diesem Fall wird das Guthaben eingefroren und erst nach 3 Monaten der Saldo überwiesen nachdem alle Retouren, die eingegangen sind, erstattet wurden.“
Am 23. August haben laut schuhkurier-Informationen erste Händler ausstehende Zahlungen aus dem Juni erhalten.