Die Zufriedenheit der Mieter in deutschen Einkaufszentren ist spürbar gesunken. Im aktuellen Shoppingcenter Performance Report Deutschland (SCPRD) 2026 der Wirtschaftsberatung Ecostra verschlechtert sich die Durchschnittsnote der Standorte von 2,76 auf 2,90. Haupttreiber der Kritik sind steigende Fixkosten durch Indexmieten und höhere Mietnebenkosten sowie das verhaltene Konsumklima und rückläufige Frequenzen.
Als Konsequenz fordern fast 80 % der befragten Filialisten umsatzabhängigere Mietmodelle sowie ein aktiveres Centermanagement, das gezielt durch Events und digitale Marketingmaßnahmen zur Frequenzsteigerung beiträgt. Starre Kostenstrukturen entwickeln sich in schwächeren Centern zunehmend zum Wettbewerbsnachteil.
Im Gesamtranking sichert sich erstmals das Famila Einkaufsland Wechloy in Oldenburg mit der Note 1,30 den Spitzenplatz, gefolgt vom Citti-Park Kiel (1,55) und dem Alexa Berlin (1,65). Die Ergebnisse zeigen eine klare Marktpolarisierung: Etablierte Großcenter ab 40.000 qm behaupten sich mit einer Durchschnittsnote von 2,63 deutlich besser als kleinere oder neuere Standorte. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet das neu entwickelte Westfield Überseequartier in Hamburg, das mit der Note 2,38 einen außergewöhnlich erfolgreichen Einstand feierte.
Ein flächendeckender Rückzug des Handels zeichnet sich jedoch nicht ab. Die Unternehmen optimieren ihre Portfolios lediglich selektiver: Für die kommenden zwölf Monate planen die befragten Filialisten im Schnitt 7,9 Neueröffnungen bei gleichzeitig 4,0 Schließungen.