Dass die menschlichen Beziehungen im Mittelpunkt bleiben werden, ist damit geklärt. Künstliche Intelligenz kann den Handel dabei unterstützen. „Wir haben es in diversen Bereichen im Einsatz, aber immer in ausgelagerten Themenfeldern. Wenn es um den Kern des Businesses – die Warensteuerung – geht, stoßen wir noch an unsere Grenzen“, erklärte Kienast die Möglichkeiten und Grenzen von KI. Um in dem Bereich in neue Dimensionen vorzudringen, arbeitet das Unternehmen gerade an einem neuen ERP-System. Es ist das aktuelle Mammutprojekt im Unternehmen: „Es wird wohl noch zwei Jahre lang dauern. Es ist noch ein Weg zu gehen.“ Auch wenn es zuletzt Verspätungen gab, geht Kienast auch in Zukunft mit gesunder Zuversicht an große Aufgaben: „Wir haben schon viele Großprojekte gehabt, Zukäufe gemacht und Investitionen getätigt. Es gehört dazu, dass einzelne Dinge nicht so gut funktionieren. Haken dran und weiter geht’s. Natürlich müssen wir schauen, dass wir kein zu großes Risiko eingehen.“
Er glaubt in Zukunft an den stationären Fachhandel, auch wenn natürlich noch einige Türen schließen werden. „Aber es wird auch wieder neue Händler geben, die sich im Markt herauskristallisieren und neue Möglichkeiten durch Social Media haben werden.“ Claudia Hüben glaubt daran, dass es auch in Zukunft Bedarf nach Inspiration und Austausch geben wird. Sonst würde es ihn jetzt schon nicht mehr geben, argumentierte sie: „Den Onlinehandel gibt es bereits. Aber trotzdem haben die Menschen jetzt weiter Lust auf echte Geschäfte, echte Begegnungen und auf Erlebnisse.“ Britta Goertz stellte klar: „Für mich wird der Schuhhandel immer ein People’s Business bleiben.“ Verändern könnte sich gleichwohl der Rahmen: „Ich glaube, das Surrounding könnte sich verändern. Ich weiß nicht, ob es noch in der Einkaufsstraße stattfindet wie im Moment. Vielleicht wird es individueller, punktueller, digitaler, das kann ich noch nicht greifen.“