Für Britta Goertz, Schuhhaus Meyer, Lübbecke, ist Social Media Chefsache. Sie selbst ist das Gesicht auf Instagram und Facebook, denn 95% aller Posts macht sie allein. Entstanden sind die Aktivitäten „aus Wut, dass mir der Kontakt zu meinen Kunden und Kundinnen verboten wurde und wir unser Geschäft schließen mussten.“ Fast täglich postet Britta Goertz Stories, mal erzählt sie vom Jubiläum, mal preist sie Aktionen an oder informiert über neue Schuhtypen. „Über Social Media bekomme ich ein direktes Feedback und tägliche Reaktionen“, freut sich Goertz. Es geht dabei um Authentizität und das Gesicht dahinter. „Wenn mich die Kunden und Kundinnen dann persönlich sehen, erzählen sie begeistert von den Beiträgen.“ Eigentlich sei es wie ein Verkaufsgespräch im Geschäft, denn sie trete in den Videos nicht anders auf als im Laden. Mit Begeisterung erklärt Britta Goertz in den sozialen Netzwerken die aktuellen Schuhmodelle und führt vor der Kamera vor, wie man einen Chelsea Boot mit einem langen Schuhlöffel an- und auszieht. Inzwischen hat das Schuhhaus Meyer rund 1.000 Follower auf Instagram und etwa 750 bis 800 auf Facebook. Die meisten Likes bekommt Goertz für Videos. „Ich kann nur empfehlen, Social Media auszuprobieren und einen eigenen Weg zu entwickeln. So ein Tool ist preiswert und mit einer gewissen Routine ist der Zeitaufwand mit rund 20 Minuten am Tag überschaubar.“
Auch Peppel – Schuhe & Mode (1.495 Follower) mit acht Filialen im Fränkischen bewegt sich auf Instagram und Facebook und generiert jedes Jahr mehr Follower. „Wir haben ausschließlich eigene Follower, keine gekauften“, erklärt Cornelia Peppel. Ihre 26-jährige Nichte ist im Unternehmen die Social Media-Beauftragte und verwendet viel Zeit für den Auftritt. Mindestens einmal wöchentlich bringt sie einen Post – als Reel oder Story. Soziale Medien sind für Cornelia Peppel zwar wichtig fürs Image, aber „bei Preisaktionen läuft Print immer noch besser.“ Der Schuhfilialist Deichmann mit rund 488.000 Followern hat für Social Media ein eigenes Team mit acht Personen. Bedient werden alle relevanten Kanäle – Instagram, Facebook, Tiktok, Youtube, aber auch die Karriereportale Linkedin und Xing werden in enger Zusammenarbeit mit dem HR-Bereich durch die Unternehmenskommunikation bedient. „Jeder Kanal hat seine eigene Zielgruppe und Relevanz. Jedoch haben wir derzeit einen starken Tiktok-Fokus“, erklärt Dennis Falk, Head of Social Media International. Die Anzahl der Postings in den sozialen Netzwerken hängt von den Kampagnen ab, im Durchschnitt gibt es täglich eine oder mehrere Storys.