Veränderungen hat es dabei auch im vergangenen Jahr wieder einige gegeben, von denen unter anderem das Schuhsegment profitieren soll. Im Juli hat die Produktentwicklung mit dem House of Product ein neues Zuhause bekommen. Auf drei Stockwerken ist hier auf insgesamt 2.500 qm alles auf die Produkte ausgerichtet. Die Architektur und Einteilung der Arbeitsbereiche wurden neu ausgerichtet, um die Produktabläufe zu optimieren. Hier sitzen alle Menschen, die an einer Produktgruppe arbeiten, in einer Abteilung und – wenn sie physisch anwesend sind – in einem Raum. Sourcing, Produktmanagement und Design rücken näher zusammen, schließlich arbeiten sie am gleichen Produkt. Auch über die Grenzen der Produktgruppen hinweg wurde der Austausch dadurch verbessert, dass alle unter einem Dach arbeiten. Offene Gänge und viele Verweilorte zwischen den Abteilungen sollen auf natürliche Weise anstoßen, dass Mitarbeitende sich auch über Abteilungen hinweg austauschen und inspirieren.
Die Verantwortlichen erhoffen sich davon, dass diese internen Veränderungen im Ergebnis Ausdruck finden. Der Markenkern und die Bildsprache sollen über alle Produkte hinweg deutlicher werden: eine natürliche Anmutung, zurückhaltende Farben und eine zeitlose Mode, die sich in Details mit dem Zeitgeist weiterentwickelt. Wenn die Marke in allen Produkten erkennbar ist, kann sie auch glaubhaft für viele unterschiedliche Produktgruppen gleichzeitig stehen. Wem die Anmutung der Mode gefällt, greift auch gerne bei den Accessoires oder den letztes Jahr eingeführten Düften zu. Und natürlich auch bei den Schuhen. Dort hat im Juli 2023 Jan Brinkmann als Director Shoes die Hauptverantwortung übernommen. Er wechselte von Gabor aus dem großen Nachbarort nach Stephanskirchen und ist nun in einer Übergangszeit mit dem im Mai ausscheidenden Karl-Heinz Lauterbach für Schuhe verantwortlich. Er will den Markenkern im Zusammenspiel mit den anderen Abteilungen klarer herausarbeiten: „Wir wollen die Wiedererkennbarkeit aller Produkte verbessern und das einheitliche und eigenständige Design stärken. Der Kunde soll nicht in den Schuh schauen müssen, um zu sehen, dass es ein Marc O’Polo-Produkt ist, sondern es im Idealfall schon von weitem beim Blick aufs Regal erkennen.“ Neu für ihn ist, sich bei der Kollektionsentwicklung mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Abteilungen abzustimmen. Wie die Bekleidung sollen auch die Schuhe angezogener und femininer werden. Deswegen wurden im F/S 2024 zum ersten Mal feinere Loafervarianten, Ballerinas und Mokassins im Verkauf angeboten. Schuhe spielen für den Hersteller eine immer wichtigere Rolle, weiß Brinkmann: „Seitdem wir die Lizenz seit fünf Jahren wieder im Haus haben, ist das Schuhsegment überproportional auch in den schweren Jahren gewachsen.“ Im Geschäftsjahr von Juni 2022 bis Mai 2023 stieg der Schuhumsatz um 17%. Das Gesamtunternehmen wuchs im selben Zeitraum um 9,6%. Auch für die Zukunft sieht das Unternehmen viel Potenzial im Schuhsegment. Während die Marke in über 40 Ländern aktiv ist, werden Schuhe bislang erst in zwölf Ländern verkauft. Der Export soll entsprechend ausgebaut werden.