Das IW hat ausgerechnet, dass sich die Pläne der schwarz-roten Koalition zu einer Entlastung der deutschen Wirtschaft von 50 Mrd. Euro pro Jahr im Laufe der Legislaturperiode aufsummieren. Vor allem drei Faktoren sollen Impulse setzen. In den kommenden drei Jahren sollen Unternehmen von degressiven Abschreibungen in Höhe von 30% profitieren. Das würde den Unternehmen 7 Mrd. Euro sparen, die jedoch durch höhere Steuergelder in den Folgejahren ausgeglichen werden würden. Eine strukturelle Entlastung sei das nicht, so das IW. Ab 2028 soll die Körperschaftssteuer in fünf Schritten um jährlich je einen Prozentpunkt gesenkt werden. Im ersten Jahr würde das eine Entlastung von 4 Mrd. Euro bedeuten. Ein wettbewerbsfähiges Steuerniveau wäre laut IW 2032 erreicht. Außerdem könnte die Senkung der Stromsteuer und Deckelung der Netzentgelte in Verbindung mit dem Industriestrompreis für eine Entlastung von 11 Mrd. Euro sorgen. Das sei ein wichtiges Signal.
Im Bereich der Einkommenssteuer hat das IW anhand von diversen geplanten Änderungen bei den Freibeträgen für Rentner, Ehrenamtler und Alleinerziehende, die höhere Pendlerpauschale und steuerfreie Überstunden eine Entlastung von 7 Mrd. Euro berechnet. Insgesamt sei von den Versprechungen aller Parteien jedoch wenig übriggeblieben. Die Umsetzung einer Einkommenssteuerreform sei wenig ambitioniert und in der Höhe völlig offen. Die geplante Mütterrente und die Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie sollen für eine Entlastung von je 4 Mrd. Euro sorgen. Weitere Entlastungen wie die Fortführung des Deutschlandtickets, die Förderung von E-Autos und die Senkung der Luftverkehrssteuer summieren sich auf 12 Mrd. Euro auf. Trotz der Gesamteinsparungen von 50 Mrd. Euro ist das Fazit des IW: „Der große Wurf ist das aber nicht.“ Vor allem sei fragwürdig, dass der Soli bestehen bleibt, der mittlerweile eine verkappte Unternehmenssteuer sei. Das IW kritisiert auf dieser Basis die falsche Prioritätensetzung: „Dass die Koalition stattdessen lieber die Mütterrente beschließt, könnte ein böses Omen für die kommenden Jahre werden.“