Der Name Footwearise steht laut Nicoline van Enter, Gründerin von Footwearology und Organisatorin des Symposiums, für die exponentielle Entwicklung, die diese Form der Schuhherstellung derzeit erlebt, und das zunehmende Interesse, das die Thematik unter den Brancheninsidern und Fachleuten weckt. „Unsere Speaker sind sogar aus den USA angereist, um über den Stand der Forschung und die Fertigungsmöglichkeiten zu berichten, und wir haben doppelt so viele Aussteller und Besucher wie im Vorjahr“, erklärte van Enter.
Tatsächlich mutete das Symposium in den trendigen Räumlichkeiten einer ehemaligen Textilfabrik wie ein großes Familien- treffen an. Fast 500 Fachleute rund um die additive Schuhherstellung wie Designer, Softwareentwickler, 3D Druckerhersteller und Materialentwickler waren angereist, um sich zum Stand und zur Zukunft der additiven Schuhfertigung auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Viele kannten sich von der Veranstaltung im Vorjahr und vertieften sich gleich in lebhaftes Fachsimpeln. Erwartungsgemäß trugen die meisten von ihnen Schuhe aus dem 3D-Drucker an den Füßen. Die zunehmende Präsenz traditioneller Schuh- und Sportmarken unter den Zuhörern wie beispielsweise Nike, Camper, Dr. Martens, Puma, Alohas, Reef und Ecco, um nur einige zu nennen, bekundete das wachsende Interesse bei den Etablierten der Branche.
Hier war ein buntgewürfeltes Völkchen junger Visionäre und tech-affiner Menschen zusammengekommen, denen nicht zuletzt Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel am Herzen liegen. Sie sind von dem Gedanken getrieben, dem Planeten nicht mehr länger zuzumuten, dass 20% aller traditionell hergestellten Schuhe nie getragen werden und direkt auf Müllkippen und in Verbrennungsanlagen landen. Auch das Recycling herkömmlicher Schuhe sehen sie als große Herausforderung aufgrund der zahlreichen Komponenten von Plastik- und Gummisohlen bis hin zu Nylonschnürsenkeln, Metallösen, Schnallen, Reißverschlüssen und Klebstoffen. Jede Marke verwendet diese Materialien in unterschiedlichen Anteilen und Größen. Durch die verschiedenen Schuhstile vervielfacht sich die Komplexität noch zusätzlich.