Die deutsche und europäische Handelspolitik müsse in Verhandlungen um Handelsabkommen mehr Erfolge erzielen. Das sagt Lisandra Flach, Handelsexpertin des Ifo-Instituts. Hierbei sollten die Verhandlungen auch nicht durch Nachhaltigkeitsforderungen gefährdet oder blockiert werden. „„Die globale Dynamik hat sich grundlegend verändert“, so Flach. „Wenn Europa auch in Zukunft eine Rolle als globaler Akteur spielen will, sollte es die neue geopolitische Lage anerkennen und bei Handelsabkommen pragmatischer vorgehen.“
Heute hätten afrikansiche, asiatische und südamerikanische Länder die Wahl, ob sie die Handelsbeziehungen mit der EU verstärken oder den Handel mit Ländern wie China verstärken. „Auch wenn Klima- und Umweltschutz sowie Menschenrechte essenzielle Ziele sind, sollte gut überlegt sein, wie diese am sinnvollsten erreicht werden können. Die Integration von zu vielen Nachhaltigkeitsanforderungen in Handelsabkommen kann sich hier als kontraproduktiv erweisen, denn anders als die EU achtet China bei ihren Handelsbeziehungen nicht auf Klimaschutz und Menschenrechte“, sagt Flach. „Angesichts des verstärkten internationalen Wettbewerbs und des sinkenden wirtschaftlichen Gewichts muss die EU ihre Marktmacht bündeln und koordiniert handeln, um den Binnenmarkt für ausländische Unternehmen und die Gründungen von Start-ups attraktiver zu machen.“