Neben Spitzenreiter China – das einen Rückgang von 28,7% verzeichnet – hat auch die Türkei überdurchschnittlich viele Marktanteile verloren. Mit einem Rückgang der Einfuhren von 34,6% nimmt die Türkei damit hinter Bangladesch und Indien nur noch den vierten Platz im Ranking der bedeutendsten Lieferländer ein. „Offensichtlich sind die osteuropäischen EU-Länder, die in unserer Statistik nicht erfasst werden, als Einkaufsländer wieder attraktiver geworden und Deutschland auch noch ein Stück näher“, erklärt AVE-Hauptgeschäftsführer Jens Nagel. Insgesamt nimmt auch die Konzentration auf Asien als wichtigste Lieferregion wieder geringfügig zu – der Kontinent besitzt einen Marktanteil von 88,9% am gesamten Importvolumen. Kambodscha hat mit einer Steigerungsrate von 20,1% wieder an Stärke gewonnen und rangiert hinter Vietnam und Pakistan auf Rang sieben.
Auch in Myanmar und im Libanon sind größere Zuwächse zu verzeichnen: So haben sich die Importe aus Myanmar mehr als verdoppelt; die Einfuhren aus dem Libanon sind um über 40% gestiegen. „Zwar spielen diese Länder volumenmäßig eine eher kleinere Rolle“, so Nagel. „Die Entwicklung zeigt aber, dass es in diesen Ländern trotz der schwierigen politischen Situation wirtschaftlich aufwärts geht.“ Um den nachhaltigen Ausbau der Textilindustrie in Myanmar zu unterstützen, hatte die AVE erst jüngst eine Partnerschaft mit dem myanmarischen Textilverband Myanmar Garment Manufacturers Association (MGMA) geschlossen.
Marokko wächst zu einem neuen Zentrum der internationalen Textil- und Schuhindustrie
„Ähnlich wie Äthiopien im vergangenen Jahr, hat Marokko einen extremen Sprung nach vorne gemacht“, sagt Nagel bei der Vorstellung der AVE-Importstatistik in Berlin. „Es zeichnet sich ab, dass auch Marokko auf dem Weg zu einem neuen Zentrum der internationalen Textil- und Schuhindustrie ist.“ Im Jahr 2015 nahmen die Importe der AVE-Mitgliedsunternehmen aus Marokko gegenüber dem Vorjahr um 69,9% zu.