Im März haben die beiden Unternehmen der Pölking-Gruppe in separaten Verfahren Insolvenz angemeldet. Das Großhandelsunternehmen J. H. Pölking meldete ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an. Dabei lässt sich die Geschäftsführung vom Sanierungsexperten Joachim Walterscheid beraten, der als Generalbevollmächtigter der Geschäftsführung eingesetzt wurde. Sachwalter ist Stefan Meyer von der Kanzlei Pluta Rechtsanwalts GmbH. Die Lemax Shoe-Fashion, die die Einzelhandelskette P. S. Schuhe betreut, leitete parallel dazu ein Regelinsolvenzverfahren ein. Insolvenzverwalterin ist
hier Dr. Ria Brüninghoff, ebenfalls von Pluta. Sie kündigte bei der Antragstellung an, dass die beiden Unternehmen möglichst gemeinsam saniert werden sollten: „Für das Verfahren streben wir in enger Abstimmung mit dem Eigenverwaltungsverfahren bei der J.H. Pölking GmbH & Co.KG gemeinsame Sanierungslösungen an.“ Eröffnet wurden die Verfahren am 1. Juni.
P. S. Schuhe – Großteil wird geschlossen
Nun gibt es Klarheit über die Zukunft von P. S. Schuhe. Von den ursprünglich 13 und zum Start des Verfahrens elf Standorten konnten vier gerettet werden und wurden durch das Schwesterunternehmen J. H. Pölking ebenso übernommen wie der Online-Shop. Sie werden weiterhin als P. S. Schuhe betrieben. Lemax als eigenständiges Unternehmen hat damit keine Zukunft mehr. Pölking-Berater Joachim Walterscheid erklärt gegenüber schuhkurier: „Die meisten Filialen waren wirtschaftlich nicht rentabel und müssen durch die Insolvenzverwalterin geschlossen werden. Wir übernehmen vier Standorte, die sich selbst tragen können und deswegen in ihren Strukturen in das Unternehmen integriert werden können.“ Das sind das Outlet-Center am Unternehmenssitz in Osnabrück und die Schuhhäuser im westfälischen Hörstel-Riesenbeck, in Bad Rothenfelde im Osnabrücker Umland und im ostfriesischen Ihlow. Damit können rund 30 der insgesamt über 60 Arbeitsplätze gerettet werden. Von den anderen sind die meisten bereits geschlossen. Zwei Filialen in Gütersloh und in Varel bei Wilhelmshaven werden noch bis zum 30. September geschlossen. Auf der Website von P. S. Schuhe werden bereits nur noch die vier übrigbleibenden Filialen aufgeführt.
J. H. Pölking – „gut in der Zeit“
Das Unternehmen J. H. Pölking übernimmt die Filialen, während es sich selbst in einem laufenden Insolvenzverfahren befindet. Zurzeit würden bei der Sanierung des Großhandelsunternehmens alle Zeitpläne erfüllt, versichert Walterscheid: „Wir liegen mit der Sanierung gut in der Zeit. Die Planungen und Ergebnisse sind deckungsgleich. Wir gehen davon aus, die Sanierung zum Ende des Jahres abzuschließen.“ Um vom Gericht eingeräumt zu kriegen, das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchführen zu können, musste Pölking im Vorfeld einen klaren Plan zur Sanierung vorlegen. Dieser konnte bisher erfüllt werden und der Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter. „Es gibt in einem Sanierungsverfahren drei Gruppen, die mitgenommen werden müssen. Die Lieferanten, die Mitarbeitenden und die Kunden. Wenn nur eine Gruppe wegbricht, kann das Unternehmen zugemacht werden. Wir konnten glücklicherweise alle Gruppen mitnehmen. Bei den Mitarbeitenden gibt es kein Gefühl der Unsicherheit und die Geschäftsbeziehungen mit den Kunden und Lieferanten laufen unverändert weiter“, fasst Walterscheid den Stand zusammen. Man schaue sich nach potenziellen Investoren um, die zum Unternehmen und zum Geschäftsmodell passen. Für die Sanierung sei Pölking jedoch nicht davon abhängig.