Stefan Bruder von Abro vergab die Bestnote. „Neben dem Geschäft zusammenzukommen und sich über alle Belange auszutauschen – auch zwischen Industrie und Handel – ist enorm wichtig. Wenn das in einer entspannten Atmosphäre stattfindet, umso besser. Die ILM bekommt von mir eine sehr gute Note.“ Auch wenn das sicher nicht jeder Aussteller unterschreibt, herrschte in den Messehallen angesichts der angespannten Marktsituation grundsätzlich Zufriedenheit. Die Aussteller berichteten von konkreten Orders, Neukundenkontakten und guten Gesprächen mit bestehenden Partnern.
„Ich bin sehr zufrieden“, bilanziert Arnd Hinrich Kappe, Geschäftsführer der Messe Offenbach, „Wir haben zur Eröffnung von Aufbruch gesprochen – und genau das kann man fühlen und spüren. Diejenigen, die hier sind, wollen gestalten und sagen: Es geht voran. Wir hatten zwei Tage lang eine gute Stimmung. Genau das war unser Ziel.“ Aus dem Ausland habe die ILM ein deutliches Besucherplus verzeichnen können. Nach zwei Tagen waren Besucher aus 59 Ländern auf der ILM, darunter Saudi-Arabien, Südafrika, Australien und Japan, berichtet Kappe.
Die Branche zeigt sich pragmatisch. „Es hätte ein wenig mehr Kundschaft da sein dürfen, wir sind aber nicht unzufrieden“, sagt Oliver Lamm von Meier Lederwaren und fasst damit stellvertretend die Gemütslage vieler Ausstellerkollegen zusammen. „Die ILM ist nach wie vor die Plattform für die Lederwarenbranche. Wir stehen in einem sehr guten und engen Austausch mit unseren Kunden und geben weiter, was wir als erfolgreich wahrnehmen. Tatsächlich haben wir auf der Messe auch Neukunden geschrieben. Damit hatten wir nicht gerechnet.“ Für Florian Straßmeier von L.Credi stellt die ILM nach wie vor die wichtigste Arbeitsmesse dar. „Die Kunden kommen hierher, es wird gearbeitet, Geschäft gemacht, genetworkt und man lernt neue Menschen kennen. Genau das ist für uns das Entscheidende.“ Max Antwerpes (Got Bag) hebt die Effizienz hervor Die gesamte Branche kommt an einem Ort zusammen, und man kann sich unkompliziert austauschen. Das macht viele Arbeitswege kürzer, als ständig E-Mails hin und her zu schicken. Diese Form des produktiven Zusammenseins erlebt man auf anderen Messen nicht so.“
Christiane Brunk von Braun Büffel ergänzt: „Wir führen gute Gespräche. Vielleicht sind die Orders etwas kleiner, aber insgesamt sind wir zufrieden und haben Spaß auf der Messe. Ich glaube, den Kunden geht es genauso.“ Ganz ähnlich äußert sich Josefine Jost von Jost Bags: „Es ist eine gute Messe für uns. Wir sind sowohl mit der Stimmung als auch mit den Besuchen zufrieden. Ich glaube, alle haben die äußeren Umstände ein Stück weit akzeptiert und versuchen nun, den eigenen Wirkungsraum bestmöglich zu nutzen und zu gestalten.“
Emotionen wecken
Laura Faller von Koffer-Kopf in Augsburg setzt mehr denn je auf eine emotionale Ansprache ihrer Kunden. „Wir müssen Begehrlichkeiten schaffen. Dafür sind wir alle verantwortlich“, appellierte die Fachhändlerin im Rahmen des Welcome Talks an ihre Kollegen aus Handel und Industrie.
Auch Taschen können Emotionen wecken. Nach der langen Dominanz des Quiet Luxury dürfen Designs daher wieder auffallen. Vor allem Farbe kehrt im Frühjahr/Sommer 2027 zurück. Die Lust an Dekoration zeigt sich zudem an Glitzer, Charms und Anhängern auf Taschen und Accessoires. Außerdem hält der Jelly-Trend Einzug in die Sortimente. Die neue Expressivität schafft damit auch kommerziell interessante Kaufanreize und gibt dem Handel neue Impulse für die Fläche.
Auch im Reisegepäck entsteht Bewegung. Zum einen durch Frontopening-Konzepte, funktionale Zusatzmodule und wandelbare Modelle, zum anderen durch die verschärften Bedingungen für Kabinengepäck bei Lufthansa und Co. „Nach den günstigen Fluglinien wie z.B. Easyjet haben jetzt die Lufthansa-Gruppe, KLM und Air France ihre Vorgaben für Kabinengepäck verschärft. Das Thema Underseater gewinnt daher auch in Deutschland an Bedeutung. Das ist aber noch nicht allen Händlern und Konsumenten bewusst“, führt Lars Föll, General Manager Samsonite Deutschland, aus.