Und die Grazer gehen von einem Wachstum aus. Die Aufträge für F/S 2025 waren laut Florian Fuchs gut, vor allem bei der Kinderschuhmarke Superfit. Viel Investment soll es weiter im Produktbereich für alle drei Marken geben. Bei Superfit geht es dabei unter anderem um das Thema Barfußschuhe, wo neue Gruppen präsentiert werden sollen. Allerdings seien Barfußschuhe zumindest aktuell vorrangig ein deutsches Thema – „mal schauen, ob das in andere Märkte überschwappt“. Auch im Großkinderbereich soll es neue Modelle und Gruppen geben, die die aktuellen Sneaker-Optiken aufgreifen, aber mehr können. Der Handel, das wurde dem Team von Legero zuletzt widergespiegelt, wünscht sich speziell von dieser Marke Weiterentwicklungen auch im modischeren Bereich. Dieses Feedback werde man aufgreifen, beteuert der neue Geschäftsführer. „Da wird sehr, sehr viel passieren, schon 2025.“ Das gelte auch für Think, wo derzeit auch darüber nachgedacht wird, das Barfußsegment auszubauen. Die Produktionsstätten in Ungarn, Rumänien und Indien sollen wettbewerbsfähiger und Prozesse weiter optimiert werden. Und zudem sollen Expansionspläne vorangetrieben werden. Potenzial sieht man etwa für Superfit in skandinavischen Märkten, vor allem Dänemark. Mit Legero schaue man nach Italien und Großbritannien. In Italien soll das zuletzt etwas gebremste Wachstum wieder angefacht werden. In Großbritannien sehen die Grazer eine große Dynamik, die sie für sich weiter nutzen wollen. Spannend seien für Superfit auch Märkte wie Tschechien und Polen. Think sei stark in Deutschland, habe aber auch eine Community in Japan und den USA. „Es sind Menschen, die wirklich für das Produkt brennen“, so Fuchs. Wachsen will Legero United aber auch im D2C-Bereich: Der Umsatzanteil des Direct-to-Consumer-Business liegt laut Florian Fuchs bei 10%. „Wir sehen dort eine positive Dynamik und generieren profitables Wachstum. Wir gehen lieber kleine Schritte. Aber mit der Entwicklung sind wir sehr zufrieden.“
Dem Thema Nachhaltigkeit, für das speziell die Marke Think steht, dem sich aber das gesamte Unternehmen verpflichtet fühlt, werde man auch weiterhin treu bleiben, betont Fuchs – auch wenn das Thema bei den Verbrauchern in letzter Zeit hinter dem Preis zurücksteht. „Wir glauben an das Thema, und es ist ein Versprechen, das wir geben, verbunden mit Qualitätsanforderungen an uns selbst.“
Der Generationswechsel läuft:
Einen „Hard Cut“ wird es bei Legero United nicht geben. Der Staffelstab soll allmählich von Stefan Stolitzka an Florian Fuchs übergeben werden. „Es ist ein Prozess“, sagt er. Wichtig seien vor allem Stabilität und Kontinuität in der Organisation der Firma. Er selbst wolle in Ruhe in seine Rolle hineinwachsen und dabei auch die Teams mitnehmen. Und der langjährige CEO soll in Ruhe entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist, Verantwortung abzugeben. Im Übrigen sei die Expertise Stolitzkas vor allem im Produktsegment unverzichtbar: „Das ist der Bereich, wo er herkommt, wo seine Leidenschaft liegt. Wir sind sehr froh, dass er sich bei diesem Thema nach wie vor sehr aktiv einbringt.“
Die Liebe zum Schuh…
hat Florian Fuchs inzwischen entwickelt, wie er sagt. Freude bereite ihm, im Alltag Kinder in Superfit-Schuhen zu sehen, und auch der oftmals positive Kontakt zu Eltern sporne ihn an: „Dass es speziell im Kinderschuhbereich so häufig positives Feedback von den Endverbraucherinnen gibt, ist eine schöne Sache.“ Im Outlet direkt neben dem Hauptquartier vor den Toren von Graz gebe es oft Austausch mit Müttern. Dort ist der neue Geschäftsführer auch regelmäßiger Kunde. Er trägt übrigens beim Interview das Think-Modell Civita – „und ich besitze mittlerweile schon viele Think-Schuhe und bin ein echter Liebhaber geworden.“ Nachdem er viele Jahre lang „Anzugschuhe“ und „Plastikschuhe“ getragen habe, sehe er jetzt die Unterschiede zwischen diesen und guten Schuhen. „Inzwischen kann ich gar nicht mehr anders“ – auf ein Korkfußbett, wie es Schuhe von Think bieten, wolle er nicht mehr verzichten.