Die Bekanntgabe der neuen Eigentümer (v.l.n.r.): Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus, Investor Bernd Beetz, Galeria-CEO Olivier Van den Bossche und Galeria-Pressesprecher Stefan Hartwig. (Foto: Redaktion)
Dafür gibt es erste Richtwerte, was Personal und Standorte anbelangt. Von den aktuell 92 Warenhausfilialen, die sich zum Teil noch in Immobilien der insolventen Signa Gruppe befinden, sollen rund 70 Standorte gerettet werden. Damit liegt dieser Wert über den vorab vermuteten 60 Häusern. Beim Personal liegen aktuell nur Zahlen für den Hauptsitz in Essen vor: „Ein Arbeitsplatzabbau ist leider erforderlich“, so der Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus. „Es ist das weinende Auge an diesem Tag.“ Demnach sollen 450 und damit die Hälfte der Belegschaft dem Unternehmen erhalten bleiben – die andere Hälfte wird entlassen. Die Zahl der Entlassungen in den Filialen klärt sich in Zukunft und ist abhängig von den Mietvertragsverhandlungen. Denkhaus beteuerte jedoch, ein „sozialverträgliches Paket“ für die Betroffenen geschnürt zu haben; genauere Angaben bleiben aus.
Während sich Bakers NRDC im Hintergrund halten wird, tritt Beetz die Rolle als Chairman an und gibt dem Unternehmen den Fokus vor. „Es ist aber wichtig zu betonen, dass es hierbei um zwei Family Offices geht, die hier Schulter an Schulter agieren“, so Beetz. Einen würde die beiden Unternehmer laut Beetz vor allem eines: die Liebe zum Warenhaus. „Das Warenhaus ist Teil der deutschen Lebenskultur, es gibt den Städten eine Seele.“ Um dieses zu erhalten greift der Unternehmer auch auf eigene finanzielle Mittel zurück: „Wir bringen einen ganzen Batzen Cash mit, auf den Galeria zugreifen kann.“ Lieferanten und Personal möchte Beetz vor allem mit Optimismus entgegenkommen. Was diesmal, in der dritten Insolvenz, anders läuft? „Wir sind einfach besser“, so der neue Chairman. Olivier Van den Bossche bleibt dem Warenhauskonzern als Geschäftsführer erhalten. Drei Monate nach Insolvenzbekanntmachung blickt auch er hoffnungsvoll auf die Zukunft des Unternehmens: „Wir haben damals gesagt, dass wir zwei Sachen möchten: einen Befreiungsschlag für Galeria, und das Unternehmen als Ganzes zu erhalten.“ Im Zuge der Mietverhandlungen finden auch Gespräche über einen neuen Firmensitz statt; ein genauer Standort steht noch nicht fest.