Hoffnung in unsteten Zeiten
Auf ein zehnjähriges Bestehen blickt die portugiesische Marke Asportuguesas nun zurück. Der Beginn der Corona-Pandemie markiert in etwa die Hälfte der Lebensspanne des Labels. In einer Zeit, in der dank Lockdown und Homeoffice-Boom mehr Hausschuhe denn je verkauft wurden, wurde eben jener Segen zum Problem. „Wir hatten da eine Zeit, in der sich die Umsätze sogar mehr als vervierfacht haben“, erklärt Kleine.
Diese gewaltige Steigerung der Aufträge überlastete allerdings die Lieferkette, die durch die Pandemie ohnehin angespannt war, nicht zuletzt aufgrund von Personalmangel. „Die Rohware kam nicht an, die Transportwege waren kritisch und es kam zu enormen Lieferverzügen.“ Diese Herausforderungen konnten zu der Zeit nicht bewältigt werden.
Mittlerweile seien diese Probleme jedoch wieder behoben, erklärt Kleine. „Wir haben auch die Preise wieder auf das Vor-Corona-Niveau normalisieren können.“ Dennoch habe die Marke – so wie jeder Branchenteilnehmer, aber auch die gesamte Wirtschaft – mit den Herausforderungen im Markt zu kämpfen. Gerade vor diesem Hintergrund bleibe das Thema Nachhaltigkeit bei dem einen oder anderen Händler außen vor. „Wenn ich jemanden frage, wie er zu dem Thema steht, heißt es immer, dass er das gut und wichtig findet. Aber wenn ich frage, ob er dafür auch mehr zahlen würde, ist es schwierig.“
Und auch die zahlreichen Insolvenzen, nicht zuletzt im Schuhhandel, machen der Marke zu schaffen. Die Insolvenz des Versandhändlers Waschbär etwa, der sich durch seine Auswahl an streng geprüften nachhaltigen Produkten auszeichnete, sei ein schwerer Schlag gewesen. „Mit Waschbär zu arbeiten war für uns wie ein Ritterschlag.
Ich hoffe daher, dass er, sowie die weiteren Unternehmen, die sich in Schieflage befinden, überlebt.“ Natürlich seien dies herausfordernde Zeiten, weiß der Vertriebsexperte, doch es helfe nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. „Die Hoffnung stirbt zuletzt, selbst wenn das Glas in Deutschland gerne mal halb leer ist.“ Asportuguesas passt derweil sein Angebot an die Nachfrage an. Neben den Hausschuhen aus Kork und Filz im Winter – die von Italienern und Portugiesen auch gerne einmal auf der Straße getragen werden – erweitern Pantoletten im Sommer sowie Chelsea- und Sneaker-Styles das Angebot.
„Wir als Lieferanten sollten auf der einen Seite weiterhin attraktive Produkte, schöne Looks und interessante Storys schaffen, und auf der anderen Seite die Leute mit Lust, Optimismus und guter Laune motivieren“, so Kleines Devise. „Und mit Optimismus und guten Umsätzen haben alle miteinander wieder mehr Spaß an der ganzen Sache.“