schuhkurier: Worauf kommt es an, wenn man von Regalverlängerung spricht?
Fritz Terbuyken: Wir sehen im Handel, dass die Frequenzen rückläufig sind, dass wir versuchen müssen, die Conversion Rates zu erhöhen, um die Fehl- oder Nullverkäufe zu minimieren. Strategisch dazu gekommen ist das Thema Internet. Der Kunde sagt, im Internet gibt es alles. Die Verfügbakeit eines Artikels ist immer gegeben. Daher glauben wir , dass sich Händler zusammenschließen müssen. Um ihre eigenen Bestände sichtbar zu machen, vielleicht auch die ihrer Kollegen. Oder eben die ihrer Lieferanten im Zentrallager.
Was bedeutet das ganz konkret für den Handel?
Johannes Nölscher: Das Thema Regalverlängerung ist für uns ein Aspekt von vielen. Selbst wenn wir uns im Einkauf die größte Mühe geben: Wir werden es nicht schaffen, ein Sortiment abzubilden, wie es der Kunde im Internet gewöhnt ist. Deswegen wird es wichtig sein, dass wir als Händler ansatzweise in die gleiche Ausgangssituation versetzt werden wie ein großer Onlinehändler. Dass wir auch auf Schuhe zugreifen können, die wir physisch nicht im Laden haben.
Ihre Verkäuferinnen haben also künftig ein tablet zur Hand und greifen via App auf das Lager eines Lieferanten zu. Ist das vorstellbar?
Peter Bödeker: Wenn es ein solches System gäbe, das getestet ist und funktioniert, würden wir es sofort machen.
Welche Erfahrungen hat die Industrie bislang auf diesem Gebiet gesammelt?
Marc Martin: Wir beschäftigen uns seit einem halben Jahr mit dem Thema verlängerte Ladentheke. Wir haben uns drei Kunden herausgepickt. Einen, der stationär sehr gut aufgestellt ist, viel Service anbietet und Zusatzumsatz generieren möchte. Und einen, der an der Verschmelzung zwischen stationärem und Onlinehandel arbeitet. Schließlich einen Storepartner in der Küstenregion, bei dem wir klären wollen, welche Akzeptanz etwa bei einem Tourismuskunden gegeben ist, seine Adresse im Geschäft zu hinterlassen. Diese drei Faktoren haben wir ausgewählt und einen Fragebogen an die Unternehmen geschickt, mit dem wir etliche weitere Informationen erfragt haben, etwa auch zu den Anforderungen und Herausforderungen. Wir werden in KW 17 das erste Kick-off-Meeting haben, und planen, am 1. Juni mit einem entsprechenden Angebot an unsere Händler live gehen zu können.
Das vollständige Gespräch können Sie in Ausgabe 13 nachlesen.