Trotz einer sorgfältigen und professionell unterstützten Nachfolgeplanung habe sich keine adäquate Nachfolgelösung gefunden. Inhaberin Barbara Artmann bedauert dies zutiefst: „Ich habe meine Rolle immer als Hüterin der Marke Künzli verstanden. Es war nicht leicht, Künzli auf die Zukunft einzustellen und fit zu machen. Dies ist uns in den letzten Jahren gelungen. Jetzt dennoch schließen zu müssen, ist mehr als bitter.“ Künzli will den Betrieb geordnet herunterfahren. Die Kernprodukte sollen bis ins vierte Quartal 2024 bezogen werden, ggfs. auf Vorbestellung bei vorhandenen Rohwaren. Überhänge, Restposten und Sneaker werden voraussichtlich bis zum ersten Quartal 2025 abverkauft. Geschichtsträchtige Besonderheiten und Erinnerungsstücke wie historische Sportschuhe oder Bilder werden zu einem späteren Zeitpunkt versteigert. Die insgesamt 11 Mitarbeitenden am Hauptsitz in Windisch im Kanton Aargau müssen gekündigt werden. Das Unternehmen wolle ihnen jedoch bei der Neuorientierung helfen. Künzli betreibt zudem ein Werk in Albanien zur Herstellung der Therapieschuhe. Für die Fabrik werde nach einer Lösung gesucht, die möglichst das eingespielte Team bewahrt. Angesichts des Fachkräftemangels dürfte es auch dort kaum zu Härtefällen kommen, schätzt Künzli ein.
Gegründet wurde Künzli 1927 als Hersteller von Sportschuhen, in den 70er-Jahren kam der Stabilschuh mit seitlichen Stabilisatoren hinzu, der die Basis von Künzli Ortho bildet. Diese Linie ist laut Künzli bis heute die führende Therapie für Köchel- und Bänderverletzungen. 2005 kam eine Sneakerlinie hinzu. 2012 verlor Künzli sein Markenzeichen, die fünf Streifen, an den aus Künzli entstandenen US Konzern K-Swiss. 2020 bekam Künzli die Rechte hieran jedoch wieder zurück.