schuhkurier: Was hat Sie besonders an der Firma Gabor gereizt?
Param Singh: Wir schätzen Gabor seit Langem für seine starke Tradition, handwerkliche Exzellenz und konsequente Qualitätsorientierung. Die Marke hat sich durch ihr zeitloses Design und ihren außergewöhnlichen Tragekomfort eine treue Kundschaft aufgebaut. Über das Produkt hinaus hat uns Gabors ausgeprägte Präsenz in wichtigen europäischen Märkten außerhalb Deutschlands sehr beeindruckt. Wir sehen darin eine spannende Chance, auf diesem Erbe aufzubauen, die Markenreichweite weiter auszubauen und den Kundinnen und Kunden auch künftig das Premium-Erlebnis zu bieten, das sie von Gabor erwarten.
Wie fügt sich das Unternehmen in Ihr Markenportfolio ein?
Wie Sie wissen, haben wir Lloyd vor über einem Jahr in unser Portfolio integriert. Gabor ist eine logische und strategisch sinnvolle nächste Ergänzung unseres Portfolios. Die Marke stärkt unsere Position im Premium-Schuhsegment und ergänzt unsere bestehenden Marken durch ihren klaren Fokus auf Qualität, Komfort und Stil. Mit der Integration von Gabor können wir unser Angebot erweitern, neue Zielgruppen erschließen und Synergien innerhalb der Arklyz-Gruppe nutzen – und dabei zugleich die eigenständige Identität von Gabor bewahren.
Welche Synergien erwarten Sie im Zusammenhang mit Lloyd?
Lloyd und Gabor werden auch künftig unabhängig voneinander als eigenständige Marken geführt. Nach dem Closing werden wir sorgfältig prüfen, in welchen Bereichen sich sinnvolle Synergien ergeben können – beispielsweise in ausgewählten operativen Prozessen – und dabei den Fokus klar auf die individuelle Weiterentwicklung jeder Marke legen.
Welche konkreten Pläne haben Sie für Gabor im Bereich Direct-to-Consumer?
Für detaillierte Aussagen ist es derzeit noch zu früh. Zum passenden Zeitpunkt werden wir gemeinsam mit dem Gabor-Managementteam den besten strategischen Weg für die Marke bewerten. Gleichzeitig bleibt die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Gabors langjährigen Handelspartnern für uns auch in Zukunft von zentraler Bedeutung. Unser Ziel ist es, mit Augenmaß und auf Basis fundierter Daten Entscheidungen zu treffen, die das nachhaltige Wachstum und den langfristigen Erfolg der Marke bei ihren Kunden sicherstellen.
Der Schuhhandel reagiert mit einiger Sorge, ob Gabor nun strategische Veränderungen erfahren wird. Wie begegnen Sie dieser Haltung der Einzelhändler?
Wir können gut nachvollziehen, dass eine Übernahme Fragen aufwirft. Daher möchten wir unseren Handelspartnern ausdrücklich versichern: Gabors wesentliche Stärken – der Fokus auf Komfort, Qualität und eine starke Markenreputation – bleiben auch künftig das Herzstück unserer Strategie. In den vergangenen Monaten hat Gabor bereits erste positive Schritte in der Entwicklung seiner Marke unternommen, und wir beabsichtigen, diesen Weg konsequent weiterzuführen. Die langjährigen und vertrauensvollen Beziehungen zu den Handelspartnern sind für uns ein entscheidender Erfolgsfaktor für das weitere Wachstum der Marke – und wir schätzen diese sehr.
In der Pressemitteilung zur Übernahme heißt es, dass Arklyz ein vielfältiges und leistungsstarkes Portfolio in den globalen Märkten für Sport, Schuhe und Lifestyle aufbauen möchte. Können Sie sich vorstellen, Ihr Portfolio künftig um weitere Marken zu erweitern?
Darüber möchten wir nicht spekulieren. In den vergangenen Jahren haben wir unser strategisches Portfolio gezielt ausgebaut und Arklyz als internationale Schuh- und Lifestyle-Gruppe etabliert. Aktuell gibt es keine konkreten Pläne für weitere Akquisitionen. Selbstverständlich werden wir den Markt weiterhin aufmerksam beobachten und – sofern es strategisch sinnvoll ist – Entscheidungen treffen, die im Einklang mit unserer langfristigen strategischen Ausrichtung und der Vision unserer Unternehmensgruppe stehen.