Vor 10 Jahren feierte der Walheimer Hersteller Sioux sein letztes Jubiläum: 60 Jahre wurden erreicht, 140 Gäste sind gekommen. Rund zehn Jahre später stand bereits die nächste große Feier an – und mit der 70 als Jubiläum folgten 300 Gäste den Einladungen. Im Reithaus in Ludwigsburg, unweit des großen Bärenwiese oder dem prachtvollen Residenzschloss Ludwigsburg und dessen umfangreiche Parkanlage, lud Sioux Gäste zu sich – branchenintern sowie auch -extern – Markenbotschafter und Filmstar Til Schweiger ließ sich aufgrund eines Krankheitsfalls entschuldigen.
So hielt etwa der Landrat und VfB Stuttgart-Vorstand Dietmar Allgaier ein Plädoyer an die traditionsreiche Historie und gleichzeitig die Anpassungsfähigkeit des Unternehmens. „Heutzutage gehören Schuhe als Statussymbol. Die Schuh- und Modewelt sind in den letzten Jahren definitiv diverser geworden.“ Sioux sei es gelungen mit seinen Modellen und Designs Tradition mit Moderne zu verbinden. „Das Unternehmen hat sich über all die Jahre weiterentwickelt, ohne den Kern der Marke zu verlieren.“ Mit jüngeren Designs und Modellen würden jüngere Zielgruppen erschlossen und dadurch das Unternehmen zukunftssicher aufgestellt. „Mit dieser Strategie konnten sie als eines der kleinsten verbliebenden Schuhhersteller gegen ihre Konkurrenz behaupten.“ Das Unternehmen habe den Zeitgeist erkannt und Transformationen weitsichtig angewendet – und sei gleichzeitig seinen Wurzeln treu geblieben.
Der Journalist und Publizist Roland Tichy verglich die wirtschaftliche Situation mit denen von vor 70 Jahren – also zur Markengründung 1954. Hohes einstelliges Wirtschaftswachstum, zweistelliger Konsumwachstum seien mit der Situation heute kaum vergleichbar, dennoch gelinge es Sioux, sich entgegen der Rahmenbedingungen durchzusetzen. „Wenn ich auf die Straßen schaue, sehe ich nur steingraue Autos“, so der Publizist. „Mit Sioux weiß ich, dass wir nicht nur steingraue Schuhe tragen werden.“
In einer Rede sprach auch Geschäftsführer Lewin Berner die nun 70-jährige Historie des Unternehmens an. Von der Unternehmensgründung von Peter Sapper bis hin zum Insolvenzverfahren der Handelssparte des Unternehmens während der Pandemie und dem darauffolgenden Wachstum in den vergangenen Jahren umfasste Berner alle größeren Stationen des Unternehmens. Zum Ende hin spricht er seinen Dank aus an die „Säulen, die das Unternehmen tragen.“ Dazu zählen vor allem die Lieferanten und Kunden, mit denen man über all die Jahre zusammenarbeite, sowie die Mitarbeitenden, von denen jeder einzelnen seinen Beitrag leiste. „Dies alles haben wir nicht aus eigener Kraft geschaffen. Unsere treuen Mitarbeiter, unsere Lieferanten und unsere Kunden: Sie alle sind der Grund, warum wir hier sitzen – sie alle haben Sioux zu dem gemacht, was Sioux heute ist.“
Hightlights des Abends
Daraufhin folgten die Highlights des Abends: So etwa eine Ehrung der Lieferanten, mit denen das Unternehmen bereits in zweiter und dritter Generation zusammenarbeitet. Auch die Mitarbeitenden wurden ausgezeichnet: So erhielt ein Mitarbeiter eine Ehrung für seine 64jährige Tätigkeit bei Sioux, während ein weiterer, erkrankter Mitarbeiter für seine besondere Tapferkeit mit einem „Purple Heart“ geehrt wurde. Gratulationen sprachen daraufhin Branchenteilnehmer, Medien und Fans in einem Video-Grußwort aus.
Später am Abend dann die Überraschung: Schlagerstar und Markenbotschafterin Maite Kelly und Geschäftsführer Lewin Berner standen gemeinsam auf der Bühne und sangen ein Duett. Der Live-Auftritt brachte nicht nur „den Saal zum Beben“, sondern sorgte auch für großen Andrang für gemeinsame Selfies mit der Künstlerin. Über eine Stunde standen Fans der Sängerin für ein Foto an. Und auch danach wurde noch bis tief in die Nacht gefeiert.