Schleswig-Holstein
+3% bis -9%
Schöne, teure Schuhe interessierten die Kunden gar nicht. Hochwertige Schuhe wurden gar als Drama bezeichnet. Es gab Berichte, dass 90% der Abverkäufe mit sportlichen Schuhen der bekannten Marken generiert wurden. Was draußen los war, konnte man an den Nachfragen feststellen: Nach Schwarz fragten die Kunden und nach Pumps in Dunkelblau. Übergangsware wie Sneaker wurden verkauft, z.B. mit Reißverschluss, ansonsten aber gerne ohne ’Gedöns‘, wie es hier heißt. Das Fazit eines Händlers: „Zu viel Schwarz und zu viel geschlossene Schuhe für den Mai.“ Natürlich fehlten Sandalenverkäufe auch in den Kinderabteilungen, die ohnedies nach übereinstimmenden Aussagen höchstens bis Größe 33/34 richtig funktionieren und im Mai häufig ein zweistelliges Minus hinnehmen mussten. Überraschenderweise griffen auch die Herren nicht zu Sandalen, sondern zu sportlich bequemen geschlossenen Schuhen. Immerhin vereinzelt mit Mut zu Farbe, wie etwa Milchkaffee-Braun mit Sohle in Orange.
Hamburg
+6,5% bis -5%
So durchwachsen wie das Wetter im Mai, so zeigte sich auch die Umsatzentwicklung der Hamburger Schuhgeschäfte im Wonnemonat. Das wirkte sich dann in vielen Geschäften negativ auf die Umsätze aus. In den meisten Fällen sorgte die Witterung dafür, dass die offene Ware am Monatsende mit einem großen Minus in den Abverkaufszahlen aufwartete. Die Zahlen und die Läger der Sommerware „tun richtig weh“, meinte eine der Befragten dazu. Schleppend ging es darüber hinaus bei einigen vermeintlichen Superthemen der Saison zu, wie etwa bei Espandrilles, wo der Schwung – ob preiswert aus Leinen oder höherwertig in Leder – noch auf sich warten ließ. Stattdessen das gleiche Bild wie in den Vormonaten: Sportschuhe, Sportschuhe und nochmals Sportschuhe. Übergangsware statt sommerlich leichter, offener Schuhe. Trends mal wieder Fehlanzeige.
Niedersachsen/Bremen
-6% bis -2%
„Da war mehr drin“, kommentierte ein Schuhhändler aus Bremen die Umsatzentwicklung im Mai. Vielerorts folgte auf einen guten Start in den Monat eine schwache zweite Monatshälfte. Bei Temperaturen rund um 15 Grad blieb vor allem die offene Ware in vielen Geschäften liegen. Gut nachgefragt wurde dagegen die klassische Übergangsware wie Schnürhalbschuhe und Ballerinas. „Absolute Bestseller waren aber erneut Sneaker. Vor allem die jungen Kunden wollen nichts anderes mehr“, fasste ein Unternehmer aus Hannover seine Erfahrungen zusammen. Vor allem die Farbe Weiß ist im Sportbereich gefragt. Darüber hinaus wurden neutrale Farben wie Grau, Beige und Pastellfarben gut besprochen. Die Herren griffen in erster Linie zu sportlichen Schnürhalbschuhen. Viele Händler beklagten jedoch, dass es derzeit keine ’Überflieger-Marke‘ gebe. „Einige Marken, z.B. Bugatti, entwickeln sich zwar gut, aber es fehlt der absolute Renner“, so ein Händler.
Nordrhein-Westfalen
-3% bis +4%
Der gesteigerte Appetit auf neue Ware kam mit den meist freundlichen Temperaturen. Die Schuhhändler in Nordrhein-Westfalen zeigten sich mit den Umsätzen zufrieden. Das Geschäft mit Damenschuhen drehte sich in erster Linie um sportive Speaker und Sandaletten. Auch Slipper und Ballerinas gingen gut über die Ladentheke, sowie leichte Sommerstiefel in hellen Farben wie Rosé, Hellblau, Mint und Grau. Gute Stückzahlen konnten die Schuhfachhändler auch mit Pumps in Creme, Nude und Grautönen erzielen. Auch die Herren hatten sich zur Shoppingtour aufgemacht und entschieden sich für sportliche Schnürer, Trekking-Typen, Mokassin-Slipper und klassische Business-Schuhe. Im Kinderbereich ging es indes etwas ruhiger zu. Während die Jungs nach Sneakern, Skatern und Sandalen Ausschau hielten, wählten die Mädchen Glitzer-Sandalen und Ballerinas in Stoff.
Hessen
-8% bis Pari
Die Hoffnungen vieler Schuhhändler wurden im Mai enttäuscht. Nach dem schwachen Jahresauftakt wurde allgemein erwartet, mit dem Start in den ’Wonnemonat‘ verlorenen Umsatz wieder aufholen zu können. Aber daraus wurde nichts. „Es fehlte an frühlingshaften Temperaturen und der entsprechenden Frequenz in den Geschäften“, berichtete eine Händlerin aus der Bankenmetropole Frankfurt. Die Mehrzahl der befragten Unternehmen verbuchte ein Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gut liefen im Mai erneut sportive Schnürschuhe. Sowohl die Modelle der bekannten Sportmarken Adidas und Nike, als auch modische Adaptionen, z.B. von Kennel & Schmenger, wurden erfolgreich abverkauft. Mehrfach wurde auch die italienische Marke Maripé als ein Highlight in den Sortimenten genannt. Darüber hinaus trugen Leinenschuhe zum Umsatz bei. Espadrilles, eines der am stärksten gehypten Themen vor Saisonstart, entwickelten sich je nach Standort unterschiedlich. Vor allem modische Kundinnen griffen zu dem typisch spanischen Schuhwerk.
Rheinland-Pfalz
-7% bis +3%
Der Mai legte im Schuhhandel zunächst einen schwachen Start an den Tag. Erst ab der Monatsmitte wuchs die Nachfrage nach echter Sommerware. Insgesamt zeigten sich die befragten Händler mit dem Gesamtergebnis noch zufrieden, zumal hochpreisige Ware ganz guten Absatz fand. Übergangsware war kaum gefragt. Die Kundschaft hatte wieder einmal das Besondere im Auge, so einer der Befragten. Sorgenvolle Töne kamen teilweise aus den Kleinstädten. Hier fehlte eindeutig die Frequenz gegenüber den Vormonaten. Zurückzuführen sei diese Flaute vornehmlich auf wachsende Leerstände in den kleineren Innenstädten. Elegante, modische Pantoletten und Sneakers, sowie Riemchensandalen und leichte Slipper gehörten zu den gefragtesten Modellen in den Damenabteilungen. Gerade im Freizeitbereich brachten es Stoffschuhe auf recht gute Umsätze. Flache Sprengungen lagen in der Gunst der Käuferinnen vorne, wobei auch noch mittlere Absatzhöhen gesucht waren. Helle Farbtöne mit Glanzeffekten verkauften sich recht gut. Bei den Herren bekamen sportlich modische Modelle den Vorzug. Wertige Sneakers gehörten zu den Topsellern im Mai. Rot- und Blautöne waren dabei neben Braun die gefragtesten Farben. Überraschend gut nachgefragt waren Qualitätsmarken in den Kinderabteilungen. Sandalen und Ballerinas sorgten für entsprechende Umsatzzahlen.
Baden-Württemberg
-5% bis +1%
Der Umsatz im Berichtsmonat Mai hat zum Ende hin noch einmal kräftig angezogen, so dass der Großteil der Händler den Monat wenigsten mit Pari abschließen konnten. Das Geschäft verlief stark wetterabhängig – es war ein ewiges hin und her. In den Damenabteilungen war weitestgehend Übergangsware gefragt. Hierzu gehörten Sneaker und sportliche Slipper. Daneben erlebten Ballerinas und Pumps in Nude, Rosé und Grautönen sowie Mokassins in Beige und Brauntönen eine große Nachfrage. Sandaletten und Pantoletten verkauften sich indes etwas schwieriger. Die Kauflust der Herren stieg und fiel mit dem Wetter: Lässige Sneaker und trendige Turnschuhtypen, aber auch Leinenwaren in Blau und Schwarz waren vielerorts gefragt. Im Kinderbereich war es im Mai eher verhaltend.
Bayern
–10% bis +7%
Die Hoffnung ruhte auf dem Mai. Dennoch konnten nicht alle befragten bayerischen Händler den Wonnemonat mit einem Plus abschließen. Das Wetter und die Kauflaune der Kunden waren wechselhaft. Hinzu kamen hohe Vorgaben aus 2014. Gemäß der Witterung lief bei den ersten Sommertemperaturen des Jahres offene Ware. Sandalen und Zehentrenner waren lediglich auf extrem flachen Böden gefragt. Wenn Absatz gefordert wurde, dann musste das Modell elegant ausfallen. Bei Metallics wie Silber übertraf die Nachfrage häufig sogar das Angebot. Modelle auf Keilabsätzen aus Bast oder Kork von Marken wie Tommy Hilfiger wurden eher schleppend verkauft. „Was früher von alleine ging, will heute kaum mehr einer haben“, sagte ein Händler resigniert. Ebenso „durch“ seien Sommerstiefeletten, die im Mai kaum angefasst wurden. Gefragt waren hingegen leichte Dandy-Modelle in hellen Nude- und Taupetönen sowie Ballerinas und Pumps sofern sie auf spitzen Leisten daher kommen. Sneaker und Leinenschuhe verkauften sich vor allem in Weiß oder als Nike-Free-Optik. Bei den Herren liefen vereinzelt Sandalen, aber das Gros der Modelle waren leichte Schnürer und Sneaker auf hellen Böden.
Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg
-17% bis +17%
Der Mai hatte zwar gut begonnen, jedoch mit dem erreichten Umsatz konnten sich nur wenige zufrieden zeigen. Es wurde Übergangsware, vor allem Halbschuhe in Komfortweiten, vereinzelt hochwertige Ballerinas oder elegante Pumps gekauft. Auch helle, luftige Slipper in bequemen Weiten oder Mokassin-Slipper mit seitlichen Elastikeinsätzen lagen bei den Damen im Trend, hin und wieder gehörten ebenfalls modische Sommerstiefeletten dazu. Welche Farbe bevorzugt wurde, das wusste niemand so recht zu sagen. Die Damen wählten die Farben Weiß, Blau und Rot. Sandaletten, bequem, sportlich oder elegant, blieben stehen, dagegen gehören sommerlich Taschen aus unterschiedlichsten Materialien sowie Pflegemittel oder Strümpfe im Mai zu den Bedarfskäufen. Die Herren trugen nicht zur Freude der Schuhhändler bei. Vereinzelt jedoch suchten sie hochwertige Komfortschuhe zum Schnüren oder sportive Slipper. Sommerliche Modelle fanden keinerlei Beachtung. Bei den Kids gab es sehr selten kleinere Abverkäufe, aber so richtig rund lief es auch hier noch nicht.
Berlin
-8% bis +7%
Der Mai begann für viele der Berliner Schuhhändler sehr aussichtsreich, jedoch setzte sich dieser Trend nicht fort. Der konsumige Bereich wurde recht gut frequentiert, jedoch konnte damit keine erfolgreiche Umsatzsteigerung erzielt werden. Die Zeit der Übergangsschuhe war leider immer noch nicht vorbei und es wurden vor allem Slipper in allen Varianten gesucht. Wie im vergangenen Monat gehörten Spangen-Trotteurs oder Sneaker zu den Favoriten. Wenn auch zu wenig, wurden auch Sommerbooties in den unterschiedlichsten Ausführungen verkauft. Ebenso sah es im Galanteriebereich aus, hier steigerten nur sehr vereinzelt hochwertige Markenschuhe in Veloursleder den Umsatz. Hochsommerliche Sandaletten oder Pantoletten, Clogs oder Espadrilles füllen dagegen noch immer viele der Verkaufsräume. Die Herren hielten sich äußerst zurück. Hier ein Business Schuh, dort ein luftiger Slipper ─ alles im hochwertigen Markenbereich, jedoch zu wenig, um den Umsatz spürbar zu steigern. Auch die fröhlich bunten Sandaletten für die Kleinsten blieben stehen, es ging hier recht zögerlich zu.
Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen
-30% bis +24%
Der Mai hatte verheißungsvoll begonnen, doch setzte sich der unbefriedigende Kurs der vergangenen Monate fort. Nur wenige Geschäftsleute konnten aufatmen. „Die Verbraucher werden im Allgemeinen immer preisbewusster und kaufen meist nach Bedarf, vor allem Standardmodelle“, so hieß es. Gefragt waren vorrangig Übergangsschuhe, dazu gehörten auch naturbraune oder jeansblaue Schnürschuhe, Slipper mit Klettverschlüssen oder kleine Pumps mit Klettspangen. Im Galanteriebereich wurden vereinzelt elegante Pumps oder Slingpumps gesucht. Auch modische Summerbooties wurden gern gekauft. Pantoletten und Sandaletten, Espadrilles sowie exquisite Loafer blieben dagegen eher unbeachtet. Auch wenn sich die Herren in großer Kaufzurückhaltung übten, kamen sie doch hin und wieder, dachten nicht lange nach und sahen nicht unbedingt auf den Preis. Durchbrochene Sommermodelle in hellbraunen Tönen als Schnürer oder mit Klettverschluss, vor allem waren es jedoch bequeme Slipper, die sie suchten. Aus den Kinderabteilungen gab es generell wenig zu erfahren, hier hatte der Sommer anscheinend noch nicht begonnen.
Schweiz
-7% bis +4%
Der Wonnemonat Mai wurde seinem Namen nicht gerecht. Jetzt wird das Aufholen der schwachen Frühlingsmonate kaum noch möglich. Es fehlt die Kauffreudigkeit und die Lust auf’s Neue. Dazu kommt eine generelle Unsicherheit bei den Konsumenten. Diese und weitere Gründe sind keine guten Indikatoren, um den Konsum in Schwung zu bringen. Die Ergebnisse Mai 2015 sind ernüchternd und bestätigen die Stagnation.