Im August sind die Schuhpreise im US-Einzelhandel um 1,4 % angestiegen – das ist laut dem Verband Footwear Distributors and Retailers of America (FDRA) der stärkste Preisanstieg seit 17 Monaten und der zweithöchste seit fast drei Jahren. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei Damenschuhen aus: plus 2,8 %, der höchste Wert seit 34 Monaten. Kinderschuhe verteuerten sich um 0,9 % – der schnellste Anstieg in diesem Jahr. Lediglich Herrenschuhe verzeichneten einen leichten Rückgang um 0,2 %, liegen aber damit weiterhin im längerfristigen Aufwärtstrend: In 14 der letzten 19 Monate wurden hier Preiserhöhungen verzeichnet.
Ein zentraler Treiber für die aktuellen Preisentwicklungen sind laut FDRA die gestiegenen Zölle auf Schuhimporte. „Diese Zölle wirken sich unverhältnismäßig stark auf den Schuhmarkt aus, da mehr als 98 % der im Einzelhandel verkauften Schuhe aus dem Ausland stammen“, erklärt Gary Raines, Chefökonom bei der FDRA.
Die Zahlen sprechen für sich: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Zölle auf Schuhimporte im letzten Monat um fast rekordverdächtige 108,7 % auf insgesamt 635,8 Mio. US-Dollar. „Wir haben bereits zuvor gezeigt, dass sich die Veränderungen der gezahlten Zölle im Jahresvergleich parallel zu den Schuhpreisen im Einzelhandel entwickelt haben. Der jüngste Anstieg der Zölle auf Schuhimporte deutet stark darauf hin, dass die Schuhpreise im Einzelhandel noch weiter steigen könnten“, so Raines weiter.
Der Preisanstieg bei Schuhen reiht sich ein in die allgemeine Inflationsentwicklung in den USA. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im August saisonbereinigt um 0,4 % gegenüber dem Vormonat – nach einem Anstieg von 0,2 % im Juli. Im Jahresvergleich lag die Inflation bei 2,9 %. Der um Lebensmittel- und Energiekosten bereinigte Kernindex stieg um 0,3 % zum Vormonat und lag 3,1 % über dem Vorjahreswert – der stärkste Anstieg seit sieben Monaten.