Erste Schuhunternehmen haben laut einem Bericht der US-amerikanischen Footwear News ihre Zollrückerstattungen bereits erhalten, andere warten noch. Hintergrund sind die im vergangenen Jahr unter dem International Emergency Economic Powers Act erhobenen reziproken Zölle, die der US Supreme Court im Februar für rechtswidrig erklärt hat. Manche Unternehmen hatten die Zusatzkosten teilweise selbst getragen, andere gaben sie über höhere Preise an die Kunden weiter. Nike kündigte laut dem Bericht im Mai 2025 „chirurgische“ Preiserhöhungen für ausgewählte Artikel um durchschnittlich zwei bis zehn Dollar an, Adidas verteuerte im Oktober neue, technologisch aufwendige US-Produkte.
Inzwischen fordern laut Footwear News mehrere Klagen von Verbrauchern und Interessengruppen, dass die Rückerstattungen an die Käufer weitergereicht werden. Die Handelskette Costco wurde im März verklagt, Nike im Mai vor einem Bundesgericht in Oregon. Die Kläger argumentieren, die Unternehmen profitierten doppelt – zunächst durch höhere Preise, dann durch die Rückerstattung.
Wie die Verfahren ausgehen, ist derzeit noch offen. Erschwerend kommt hinzu, dass die US-Zollbehörde nur registrierte Importeure bedient und Marken oft nicht wissen, welcher Kunde wann welches Produkt gekauft hat. Bei Target sind die Effekte bereits sichtbar: Der Handelskonzern erhielt im zweiten Quartal (Ende: 1. August) 994 Mio. US-Dollar zurück und verdoppelte seinen Nettogewinn auf 1,88 Mrd. US-Dollar. Weitere Beträge dürften in den kommenden Monaten bekannt werden.