Ein ERP-System führt man nicht nebenbei ein. Schon gar nicht bei einem Schuhhersteller mit gewachsenen Strukturen, eigener Produktion in Europa und komplexen Abläufen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Bei Paul Green dauerte der Prozess mehr als zwei Jahre, umfasste viele Workshops und war für Mitarbeitende wie Projektverantwortliche sehr anspruchsvoll. Seit August 2025 arbeitet das österreichische Unternehmen nun mit der ERP-Lösung „CPA Shoe Factory“ der Langenfelder CPA Software Consult GmbH. Ziel war nichts weniger als die grundlegende Modernisierung der Systemlandschaft.
„Wir sind Schuhhersteller, keine Programmierer“, sagt Paul Green-Geschäftsführer Peter Wastl rückblickend. Über viele Jahre hinweg hatte das Unternehmen eigene Lösungen aufgebaut und erweitert – organisch gewachsen, stark individualisiert und nah an den Bedürfnissen des Unternehmens. „Das hat lange funktioniert“, so Wastl, der im Unternehmen für die Organisation verantwortlich zeichnet. Doch die Anforderungen hätten sich verändert: schnellere Marktbewegungen, komplexere Lieferketten, neue technologische Möglichkeiten und steigende Ansprüche an Transparenz und Geschwindigkeit. Gerade ein Unternehmen wie Paul Green, das mit europäischer Produktion und kurzen Wegen wirbt, müsse heute in der Lage sein, Trends schneller umzusetzen und Prozesse effizienter zu steuern. „Made in Europe ist unser USP. Entsprechend wollen wir auch die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um noch schneller zu werden“, erklärt Wastl.
Die Suche nach einer neuen Lösung begann daher bewusst offen. Gemeinsam mit Key Usern aus unterschiedlichen Abteilungen prüfte Paul Green verschiedene Anbieter – von großen Standardlösungen bis hin zu spezialisierten Systemen für die Schuhindustrie. Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten von CPA war letztlich die Branchenspezialisierung. Denn Schuhe sind ERP-seitig komplexer, als es auf den ersten Blick erscheint. Größenläufe, Farbvarianten, Sortimentsraster oder die Verzahnung von Einkauf, Produktionsplanung und Vertrieb stellen besondere Anforderungen an Softwarelösungen. „Das Abbilden eines Sortiments ist in klassischen ERP-Systemen schwierig“, sagt Wastl. „Diese Logik gibt es eben vor allem in der Schuhindustrie.“