Wer auf der Micam, der Supreme oder auch der Pitti Uomo seine Runden zieht, kommt vielleicht an einem Stand der spanischen Marke Callaghan vorbei. Eine Marke, die besonders durch ihre selbstbewussten Sneakerformen sowie ihren hohen Herrenanteil auffällt. Letzteres stimme zumindest für den internationalen Markt, erklärt Ralph Haug, der für den Vertrieb der Marke in Deutschland verantwortlich ist. „In Spanien, aber auch in Italien oder Portugal, ist Callaghan eine Macht.“ Für Deutschland sehe dies jedoch noch etwas anders aus. Ein Blick in die Geschichte von Callaghan: 1968 wurde das Unternehmen von Basilio García Perez-Aradros gegründet. Der mittlerweile über 80-Jährige schaut auch heute noch regelmäßig in der Firma vorbei und wirft einen Blick auf die Produktionsabläufe, während seine vier Kinder die Geschäftsführung verantworten. Neben der Hauptmarke Callaghan führt das Unternehmen auch die im Kindersegment etablierte Marke Gorila. „Alles in allem ist es ein solide geführtes Familienunternehmen, über all die Jahre hinweg“, sagt Haug. Produziert werde hauptsächlich mit Materialien aus der Region in drei nahegelegenen Fertigungsstätten; der Großteil der Sohlenproduktion findet in Italien statt. Nachhaltigkeit ist der Inhaberfamilie wichtig: „Wir arbeiten CO2-neutral“, so Haug weiter. 2018 habe das Unternehmen die ersten Zahlen hierzu veröffentlicht. Außerdem wurden rund 6 ha Land mit Bäumen bepflanzt und auf dem Firmengelände befindet sich ein Garten, in dem „semiprofessionell“ Obst wächst.
Ein anderer Markt
Während international die Herrenschuhe im Fokus stehen, wächst die Marke in Deutschland vor allem mit Damenschuhen. Entsprechend herausfordernd ist es laut Haug, diese für den deutschen Markt noch junge Marke im hart umkämpften Markt an die deutschen Füße zu bringen. „Deutschland ist bekannt für seine umsatz- und handelsstarken Komfortmarken. Da ist es schwer, mit ausländischen Produkten in den Markt zu gelangen“, bekennt der Vertriebsexperte. Dabei spiele auch die aktuelle Verunsicherung im Markt eine Rolle: „Dem Handel steht weniger Geld zur Verfügung, und das merken wir.“ Doch wie will Callaghan punkten? „Vorrangig natürlich über die Qualität und das Design“, antwortet Haug. Und mit einem gestrafften Angebot mit Schwerpunkt auf Sneakern und Outdoor. Im Fokus stehen vor allem Kunden, die höhere Preislagen bedienen, wie etwa Boutiquen und Department Stores. Aber auch im höherwertigen Sportfachhandel möchte sich die Marke einen Namen machen. Mit Preislagen von 130 bis 190 Euro und neuen, innovativen Sneaker-Technologien, sei man, davon ist Haug überzeugt, auf einem guten Weg.