Welche Maßnahmen haben Sie getroffen?
Zuerst haben wir die Vororder deutlich reduziert, allein für H/W 26/27 um rund 20 %. Während wir die Bestände in den vergangenen Jahren schrittweise angepasst haben, ist ein so konsequenter Cut ein Novum für uns. Das hat in der Industrie naturgemäß für Gesprächsbedarf gesorgt. Rückblickend sind wir jedoch sehr froh, dass wir unseren Kurs im Sinne unseres Geschäftsmodells strikt verfolgt haben: Wenn die Frequenzen sinken, müssen Bestand und Kosten angepasst werden, um die Ertragslage zu sichern. Nachdem wir uns im ersten Quartal 2026 durch Aktionen von Altware getrennt haben, was zwar Umsatz, aber wenig Rendite brachte, setzen wir nun konsequent auf Rohertragsschonung. Statt lediglich auf klassische Rabattmarktfeldzüge zu setzen, belohnen wir derzeit beispielsweise Einkäufe ab 200 Euro lieber mit Mehrwerten wie Hotelgutscheinen. Das erfordert zwar ein Anfangsinvestment, schont die Erträge im Vergleich zu Abschreibungen aber spürbar und wird von den Gästen hervorragend angenommen.
Das Ergebnis gibt uns recht: Statt mit Bestandsüberhängen beschäftigen wir uns derzeit bereits intensiv mit Nachordern für H/W 26.
Muecke hat auch einen großen Textilanteil. Gibt es da Unterschiede?
Ja, der Unterschied ist deutlich: Während wir bei den Schuhen 2025 ein Minus von 10 % gegenüber dem Vorjahr hinnehmen mussten, lag der Rückgang bei der Bekleidung lediglich bei knapp 2 %. Die größte Herausforderung liegt also klar im Schuhsegment. Wir reagieren darauf konsequent und reduzieren unternehmensweit Warenträger bei Schuhen, um Raum für Mode und Accessoires zu schaffen. Ein zu hohes Schuhvolumen entspricht nicht mehr den Anforderungen des modernen Handels. Um wirtschaftlich nachhaltig zu agieren, richten wir das Sortiment bei Muecke noch gezielter am tatsächlichen Bedarf unserer Gäste aus und optimieren so unsere Flächenproduktivität.