Wie die Ermittler der Behörde zur Bekämpfung von Betrug (Olaf) mitteilten, haben chinesische Banden den Wert von importierten Schuhen und Textilien systematisch zu niedrig angegeben und daher zu wenig Zölle und Steuern auf die Waren bezahlt. So seien etwa Damenhosen aus China mit einem durchschnittlichen Preis von 0,91 Euro pro Kilo bewertet worden. Schon der Weltmarktpreis von Baumwolle habe mit 1,44 Euro pro Kilo darüber gelegen. Dieselben Produkte seien beim Zoll in der gesamten EU im Durchschnitt mit 26,09 Euro pro Kilo deklariert worden, teilten die Ermittler von Olaf mit.
Durch die über Großbritannien abgewickelten Importe seien allein zwischen 2013 bis 2016 Steuerverluste in Höhe von rund 3,2 Mrd. Euro aufgelaufen, und zwar nicht in erster Linie bei Großbritannien, sondern bei Staaten wie Deutschland, Frankreich oder Spanien, für die die Waren letztlich gedacht waren. Laut Olaf wurde Großbritannien über Jahre immer wieder auf die kriminellen Machenschaften hingewiesen, ohne dass sie unterbunden worden oder Ermittlungen eingeleitet worden seien. Daher soll Großbritannien den entstandenen Schaden nun ausgleichen.